Wirtschaft
Cathay Pacific fliegt bereits die Boeing 747-400.
Cathay Pacific fliegt bereits die Boeing 747-400.(Foto: REUTERS)

Mitarbeiterproteste bei EADS: Boeing sackt Milliardendeal ein

Die Vorzeichen könnten nicht unterschiedlicher sein. Während sich EADS umbauen will und deshalb derzeit den Unmut der Mitarbeiter und Regierungen auf sich zieht, kann Konkurrent Boeing in Asien einen Großauftrag an Land ziehen.

Der Airbus-Konkurrent Boeing hat einen sieben Milliarden Dollar schweren Auftrag von der Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific Airways erhalten. Die Airline habe 21 Maschinen vom Typ "777X" bestellt, teilte der US-Flugzeugbauer mit. Das Flugzeug basiert auf der 777, die 1995 auf den Markt kam und das letzte neue Modell war, das Boeing vor der 787 "Dreamliner" entwickelt hatte. Die 777X soll 2020 erstmals abheben.

Auf der Luftfahrtschau in Dubai im vergangenen Monat hatte der US-Konzern Aufträge im Rekordumfang von 259 "777X"-Maschinen zu einem Gesamtlistenpreis von 95 Milliarden Dollar eingesammelt. In New York lag die Boeing-Aktie in einem freundlichen Marktumfeld 1,3 Prozent im Plus.

Astrium-Mitarbeiter machen Ärger Luft

Boeing-Erzkonkurrent EADS kämpft derweil mit hausgemachten Problemen. Hunderte Mitarbeiter der Satelliten-Sparte Astrium des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns gingen im südfranzösischen Toulouse gegen die Sparpläne von Konzernchef Tom Enders auf die Straße. Rund 800 Astrium-Mitarbeiter waren beteiligt und machen ihrem Unmut über die geplante Streichung von 5800 Stellen bei EADS Luft. Zahlreiche Politiker aus der Region unterstützten die Astrium-Arbeiter.

EADS will wegen der Krise im Rüstungsbereich europaweit 5800 Stellen streichen, davon allein 2600 in Deutschland. Im Zuge einer großangelegten Umstrukturierung sollen die bisherige EADS-Verteidigungsdivision Cassidian, die Raumfahrtabteilung Astrium und der Militärflugzeugbauer Airbus Military zu einer neuen Rüstungs- und Raumfahrtsparte zusammengelegt werden. Nach Konzernangaben sollen im Verteidigungsbereich 2830 Stellen gestrichen werden, im Raumfahrtbereich 2470. Zudem sollen 500 spartenübergreifende Posten wegfallen.

Die Gewerkschaften in Toulouse teilten mit, Astrium sei "rentabel" und "wettbewerbsfähig". Die geplanten Stellenstreichungen seien daher "nicht nachvollziehbar". Dem Konzern warfen sie zudem "Erpressung" vor, weil EADS mit den Gewerkschaften eine Vereinbarung für mehr Wettbewerbsfähigkeit erzielen will und andernfalls mit Kündigungen droht. Bei den 5800 Stellenstreichungen geht EADS abzüglich Frühverrentungen und freiwilliger Abgänge von 1000 bis 1450 möglichen betriebsbedingten Kündigungen aus.

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Quelle: n-tv.de

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