Wirtschaft
Trotz der Probleme beim Pannenflieger Dreamliner hat Boeing seinen Gewinn gesteigert.
Trotz der Probleme beim Pannenflieger Dreamliner hat Boeing seinen Gewinn gesteigert.(Foto: picture alliance / dpa)

Dreamliner-Desaster belastet kaum: Boeing steigert den Gewinn

Der US-Flugzeugbauer Boeing steckt die Pannenserie beim Dreamliner gut weg: Im Jahresvergleich legt der Gewinn um ein Fünftel zu, obwohl die Prestigeflieger weiter am Boden bleiben müssen. Die Rettung kommt durch andere Verkaufsschlager.

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat das Batterie-Desaster bei seinem Prestigeflieger Dreamliner finanziell bislang gut verkraftet. Obwohl der Langstreckenjet seit Januar am Boden bleiben musste und Boeing die Auslieferungen stoppte, verdiente der Airbus-Konkurrent im ersten Quartal mehr als vor Jahresfrist. Das Nettoergebnis kletterte um 20 Prozent auf 1,1 Mrd. US-Dollar.

Mehr ausgelieferte Maschinen der Modelle 777 und des Verkaufsschlagers 737 hätten die Ausfälle durch die 787 weitgehend wettgemacht, sagte Boeing-Chef Jim McNerney. Allerdings ging der Umsatz wegen nicht ausgelieferter Dreamliner um drei Prozent auf 18,9 Mrd. US-Dollar zurück. Wie teuer die Probleme bei dem Pannenflieger den Konzern zu stehen kommen, teilte Boeing nicht mit.

"Unsere wichtigste Aufgabe in den nächsten Tagen ist es, die 787-Flotten wieder flugtauglich zu machen und Maschinen wieder auszuliefern", sagte McNerney. Weil die in dem Dreamliner eingebauten Lithium-Ionen-Batterien in mehreren Fällen überhitzten und es in zwei Maschinen zu einem Brand gekommen war, hatten die US-Behörden die Starterlaubnis für die weltweit ausgelieferten 50 Dreamliner entzogen. In den vergangenen Monaten arbeitete Boeing fieberhaft an einer Lösung des Problems.

Dreamliner sollen noch diese Woche wieder starten

Das neue Batterie-System wurde am Freitag von den US-Behörden abgesegnet, weshalb noch diese Woche mit einer Aufhebung des Flugverbots durch die US-Aufsicht FAA gerechnet wird. "Die Mitarbeiter der Sparte Verkehrsflugzeuge haben rund um die Uhr gearbeitet, um die Probleme mit der 787-Batterie zu lösen", sagte McNerney. Zugleich seien noch nie so viele 777 und 737 in einem Monat gebaut worden wie jetzt. Aber auch das Rüstungsgeschäft habe zum guten Abschneiden beigetragen.

Den Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigte Boeing. Bei Erlösen zwischen 82 und 85 Mrd. US-Dollar hat sich der Flugzeugbauer einen Gewinn je Aktie zwischen 5,00 und 5,20 US-Dollar zum Ziel gesetzt. 635 bis 645 Verkehrsflugzeuge sollen die Montagehallen insgesamt verlassen. An der Börse kam die Bilanz gut an. Die Boeing-Aktie legte vorbörslich rund drei Prozent zu. "Der Markt hat zwar Bedenken wegen der Kosten für den Dreamliner. Aber die Entwicklung im ersten Quartal und die Bekräftigung der Prognose hat dies beiseite gewischt", sagte Analyst Carter Leake von BB&T Capital Markets.

Quelle: n-tv.de

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