Dienstag, 10. Januar 2012
Verhindert Almunia Megafusion?: Börsen prallen gegen EU-Wand
Obwohl die Entscheidung erst am 9. Februar fällt, sickert durch, dass EU-Wettbewerbskommissar Almunia die Fusion von Deutscher Börse und Nyse Euronext untersagen will. Einem Zeitungsbericht zufolge ist Brüssel die Dominanz der fusionierten Börse im Derivatehandel ein Dorn im Auge. Beide Börsenbetreiber geben keine Erklärung ab.
(Foto: picture alliance / dpa)
EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia will einem Zeitungsbericht zufolge die geplante Fusion von Deutscher Börse und der New Yorker Nyse Euronext verhindern. Der Spanier habe den beiden Fusionspartnern mitgeteilt, er beabsichtige den Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber zu untersagen, berichtete die "Financial Times" ohne Angabe von Quellen.
Die EU verwies darauf, dass die Kommission bis zum 9. Februar eine Entscheidung fällen werde. Davor könne man nichts kommentieren, bestätigen oder dementieren.
Almunias Expertengruppe habe einen Entwurf für eine offizielle Entscheidung verfasst, demzufolge der Zusammenschluss wegen der Dominanz der fusionierten Börse im Derivatehandel untersagt werde, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Aus dem Umfeld der EU verlautete, es sei wahrscheinlich, dass mittlerweile ein Entwurf der Entscheidung verfasst worden sei.
Börse und Nyse halten sich bedeckt
Ende des vergangenen Jahres war berichtet worden, dass sich die Wettbewerbshüter der EU von den angebotenen Zugeständnissen und Argumenten der Deutschen Börse und der Nyse nicht beeindruckt gezeigt hatten. Die beiden Fusionspartner wollten sich deshalb direkt an Wettbewerbskommissar Almunia oder an die gesamte EU-Kommission wenden, sagten Informanten seinerzeit.
Im Derivatehandel an europäischen Börsen würden die Deutsche-Börse-Tochter Eurex und die zur Nyse gehörende Londoner Derivatebörse Liffe zusammen auf einen Marktanteil von über 90 Prozent kommen. Einen Verkauf von Liffe oder Eurex hatten die Börsenbetreiber dennoch ausgeschlossen.
Deutsche Börse und Nyse erklärten, ihnen sei noch keine Entscheidung der Kommission mitgeteilt worden. Spekulationen kommentiere man nicht.
rts
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