Wirtschaft

Verbleib im Deutsche-Bank-TurmBörsig behält Privilegien

30.05.2012, 16:32 Uhr
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Clemens Börsig (Foto: picture alliance / dpa)

Bei der Deutschen Bank geht die Ära Josef Ackermann zu Ende. Neben dem Schweizer gibt auch Aufsichtsratschef Börsig sein Amt ab. Allerdings geht der 63-Jährige nicht ganz. Börsig behält sein Büro und auch ein Chauffeur steht ihm weiter zur Verfügung.

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Clemens Börsig wird

einem Bericht zufolge auch nach seinem Ausscheiden aus dem Kontrollgremium

weiter weitreichende Privilegien genießen. Der 63-Jährige werde zumindest

vorübergehend sein Büro in dem Hochhausturm der Frankfurter Zentrale behalten,

in dem auch die Vorstandsmitglieder säßen, berichtete die "Welt"

unter Berufung auf Bankenkreise. Begründet werde diese Sonderbehandlung damit,

dass Börsig seinem Nachfolger Paul Achleitner als künftigem Aufsichtsratschef

die Einarbeitung erleichtern solle.

Börsig stünden nach seinem Ausscheiden aus dem

Kontrollgremium der Deutschen Bank offenbar auch eine Sekretärin und ein Fahrer

vertraglich zu, berichtete die Zeitung. Dies habe sich Börsig schon bei seinem

Wechsel vom Vorstand auf den Chefposten des Aufsichtsrates zusichern lassen.

Börsig war von 2001 bis 2006 Finanzvorstand der Deutschen Bank.

Zudem gelte es inzwischen als sehr wahrscheinlich,

dass Börsig künftig die Deutsche-Bank-Stiftung leiten werde, berichtete die

"Welt". Die Stiftung ist in den Bereichen Bildung, Musik und Soziales

aktiv. Auch diese Regelung habe sich Börsig vorab zusichern lassen, als sein

Weggang aus dem Aufsichtsrat im Sommer vergangenen Jahres beschlossen worden

sei.

Der Personalie muss noch der neue Vorstand

zustimmen. Mit der Hauptversammlung am Donnerstag will der bisherige

Deutsche-Bank-Chef nach rund zehn Jahren den Chefposten räumen

und für eine Doppelspitze frei machen, die aus dem bisherigen Deutschland-Chef

Jürgen Fitschen und Chef-Investmentbanker Anshu Jain besteht.

Allianz-Finanzvorstand Achleitner soll zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden

gewählt werden.

Gegenwind von Aktionärsvertretern

Die Privilegien für Börsig könnten bei der

Hauptversammlung für zusätzlichen Zündstoff sorgen. Mehrere Aktionärsvertreter

hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dem Aufsichtsrat die Entlastung

verweigern zu wollen. Sie werfen Börsig Mängel bei der Suche nach einem

geeigneten Nachfolger für Ackermann vor. Wie die "Welt" unter

Berufung auf Bankenkreise berichtet, wird zudem moniert, Börsig habe nach

seinem Amtsantritt 2006 Privilegien für Alt-Manager der Bank gekappt, beharre

nun aber auf eigene, vertraglich zugesicherte Ansprüche.

Deutschlands größtes

Bankhaus erklärte gegenüber der Zeitung, Börsig bleibe nach "seinem

Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank verbunden und nimmt

weiterhin in ihrem Interesse Mandate bei Unternehmen, kulturellen sowie

gemeinnützigen Organisation wahr". Hierfür erhalte dieser die nach den

Regeln der Bank nötige Unterstützung. Börsig ist unter anderem

Aufsichtsratsmitglied bei Daimler und Linde.

Quelle: ntv.de, AFP