Sonntag, 11. Oktober 2009
Mehr als das Gesetz erlaubt?: Boni für HSH-Vorstand
Die tief in den roten Zahlen steckende HSH-Nordbank will ihrem Vorstand ansehnliche Bonuszahlungen genehmigen. Laut Medienberichten sollen die Zahlungen über dem limitierten Jahresgehältern von 500.000 Euro liegen. Dabei steht Bank-Chef Nonnenmacher weiter massiv unter Druck wegen der fragwürdigen Zahlung einiger Millionen an die US-Bank Goldman Sachs.
Großzügig: Die HSH-Nordbank will ihren Vorstand wohl fürstlich belohnen. Unklar ist allerdings für was.
Die angeschlagene HSH Nordbank plant neue Bonuszahlungen für den Vorstand. "Der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper entwickelt gerade ein Vergütungsmodell, dass dem Aufsichtsrat in einer der nächsten Sitzungen vorgelegt wird", sagte die Sprecherin der Bank, Michaela Fischer-Zernin. Nach einem Bericht des Magazins "Focus" soll der Vorstand künftig wieder umfangreiche Sonderzahlungen kassieren. Das gehe aus internen Plänen hervor. Demnach sollen die Boni deutlich über den derzeit limitierten Jahresgehältern von 500.000 Euro liegen. Die Zahlungen werden aber laut Focus an Bedingungen geknüpft.
Bank-Sprecherin Fischer-Zernin bestätigte den Bericht nicht, sagte aber, das Vergütungsmodell werde den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Debatte um Boni hatte sich an einer im Juli bekanntgewordenen Sonderzahlung von 2,9 Millionen Euro an Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher entzündet.
Kein Anlass für Zahlungen an Goldman Sachs
In der Affäre um umstrittene Millionenzahlungen an die US- Investmentbank Goldman Sachs sind indes nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins der "Spiegel" interne E-Mails aufgetaucht. Danach sah der stellvertretende Hausjustiziar der HSH Nordbank keinen Anlass für die Zahlung von 45 Millionen Dollar, weil Goldman Sachs die Frist verpasst habe. Die HSH Nordbank hatte das Geld gezahlt, obwohl die Verpflichtung dazu strittig war. Die Zahlung hat Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher und zwei weitere Manager des Geldinstituts wegen des Verdachts der Untreue ausgelöst.
Der "Spiegel" berichtet außerdem, dass sich wegen eines möglichen Betrugsfalls bei der HSH Nordbank die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingeschaltet habe. Geldwäscheexperten würden den Fall bearbeiten, hieß es. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Londoner Niederlassung soll möglicherweise einen sechsstelligen Betrag in dunkle Kanäle geleitet haben. Die Bank selbst hatte nach internen Untersuchungen die Londoner Polizei eingeschaltet.
mme/dpa
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