Wirtschaft
Video

Zuversicht ist zurück: Bosch hievt Solarworld ins Plus

Solarworld blickt auf ein Katastrophenjahr zurück. Allerdings sind die Weichen für eine erfolgreichere Zukunft gestellt: Im ersten Quartal kehren die schwarzen Zahlen bereits zurück - vorerst allerdings nur vorübergehend.

Der angeschlagene Solarworld-Konzern kann sich für das abgelaufene Quartal beim Industriekonzern Bosch bedanken. Bereinigt um Sondereffekte fiel im ersten Quartal zwar operativ ein Verlust (Ebit) an, wie das Bonner Unternehmen mitteilte. Dank der von Bosch gezahlten Mitgift für deren Thüringer Solarwerk in Arnstadt blieb aber erstmals seit Jahren wieder ein Gewinn hängen.

An der Börse gerieten die Aktien dennoch unter Druck. Sie notierten mit 28,34 Euro knapp sechs Prozent im Minus. Ein Grund sahen Marktteilnehmer auch darin, dass der anhaltende Preisdruck bei Solarmodulen trotz kräftig gestiegener Absatzmengen für Umsatzeinbußen bei Solarworld gesorgt hat.

Schwarze Zahlen erst 2015

Video

Europas größter Solarkonzern steigerte nach eigenen Angaben im ersten Quartal den Absatz um 41 Prozent auf 154 Megawatt (MW), während die Erlöse um rund 10 Prozent auf 99,4 Millionen Euro sanken. Das Ebit schnellte auf 127,4 Millionen Euro in die Höhe nach einem Minus von 32,3 Millionen vor Jahresfrist. Bereinigt um Sondereffekte aus der Übernahme der Bosch-Tochter verbuchte Solarworld einen Fehlbetrag von 8,2 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr peilt Solarworld nach früheren Angaben einen Umsatz von mehr als 680 Millionen Euro nach 455,8 Millionen Euro im Vorjahr an. Operativ rechnet Konzernchef Frank Asbeck 2014 nochmals mit einem Verlust von 35 Millionen bis 20 Millionen Euro nach 431,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr. 2015 soll der Umsatz um 20 Prozent steigen und auch operativ schwarze Zahlen geschrieben werden.

Schuldenstand bleibt hoch

Asbeck musste 2013 die Reißleine ziehen, nachdem sich bei dem Konzern über eine Milliarde Euro Schulden angehäuft hatten und das Grundkapital aufgezehrt war. Daneben sorgte die Konkurrenz aus Asien für einen ruinösen Preiskampf und der Absatz brach infolge der gekürzten staatlichen Fördersätze in Deutschland und anderen Ländern deutlich ein.

Um das Unternehmen vor der Pleite zu retten, verzichteten Solarworld-Gläubiger auf große Teile ihrer Forderungen. Nach der Restrukturierung und den Kapitalmaßnahmen sitzt der Konzern noch auf Finanzschulden von rund 470 Millionen Euro.

Auf eine Dividende müssen die Aktionäre des früheren TecDax-Unternehmens allerdings voraussichtlich noch längere Zeit warten. "Wir mussten uns in dem Restrukturierungsprozess dazu verpflichten, eine Ausschüttung so lange auszusetzen, wie unsere Kredite nicht refinanziert sind", sagte Finanzchef Philipp Koecke jüngst.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen