Wirtschaft
Bosch schreibt noch keine roten Zahlen. Nach einem drastischen Ergebniseinbruch sollen aber Jobs agebaut werden.
Bosch schreibt noch keine roten Zahlen. Nach einem drastischen Ergebniseinbruch sollen aber Jobs agebaut werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Ergebniseinbruch und schwacher Markt: Bosch plant Jobabbau

Stellenstreichungen bei Bosch? Jahrzehntelang war das kein Thema. Nun schlägt das wirtschaftlich schwache Umfeld voll durch - und der weltgrößte Autozulieferer reagiert. Nach einem mageren Umsatzplus und einem drastischen Ergebniseinbruch - auch dem Desaster im Solargeschäft geschuldet - sollen Arbeitsplätze abgebaut werden.

Der Autozulieferer und Industrieausrüster Bosch will in Deutschland und Europa Stellen streichen. "In einigen Bereichen werden wir nicht darum herumkommen, Arbeitsplätze abzubauen", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner dem "Manager Magazin". "Wenn sich unsere Analyse bewahrheitet, werden die Märkte in Europa über einige Jahre stagnieren", sagte der seit Mitte 2012 an der Spitze von Bosch stehende Manager. Bosch müsse aber auch darauf vorbereitet sein, "dass es noch ein wenig schlechter läuft". Ende 2012 beschäftigte der Konzern weltweit rund 306.000 Mitarbeiter, davon rund 119.000 in Deutschland.

Denner hatte bereits nach dem Einbruch des Betriebsgewinns (Ebit) im vergangenen Jahr auf rund 1,1 Mrd. Euro von 2,7 Mrd. Euro im Vorjahr eine drastische Senkung der Fixkosten angekündigt. "Da die Wirtschaft im Kernmarkt Europa auf Jahre allenfalls schwach wachsen und möglicherweise auch stagnieren wird, richten wir die Strukturen entsprechend aus", hatte Denner Ende Januar gesagt. Jeder Standort werde unter die Lupe genommen und müsse sich im Hinblick auf die Kosten dem Wettbewerb stellen: Das sei ein "laufender Kampf der Bewährung", hatte der promovierte Physiker gesagt und damit die Belegschaft schon auf Einschnitte vorbereitet.

Problem: Solar

Im zurückliegenden Jahr schuf Bosch nicht so viele neue Stellen wie ursprünglich geplant, da die Konjunkturflaute in Europa den Hersteller von Kfz-, Industrie- und Gebäude-Technik sowie von Werkzeugen und Haushaltsgeräten ausbremste. Der Umsatz legte nur um 1,6 Prozent auf den Rekordwert von 52,3 Mrd. Euro zu. Problematisch erweis sich auch erneut das Solargeschäft: Die von 2008 an teuer aufgebaute Sparte für die Sonnenenergie brachte Bosch allein im abgelaufenen Jahr gut 1 Mrd. Euro Verlust ein.

2013 plane der im Stiftungsbesitz befindliche Konzern mit einem leichten Wachstum der Belegschaft rund um den Globus, in Deutschland solle die Zahl der Beschäftigten stabil bleiben, hatte Personalchef Christoph Kübel Ende Januar noch in Aussicht gestellt.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen