Wirtschaft
Goldmine in der Nähe von Johannesburg, Südafrika.
Goldmine in der Nähe von Johannesburg, Südafrika.(Foto: picture alliance / dpa)

Länder südlich der Sahara im Fokus: Bosch will in Afrikas Bergbau investieren

Eigentlich ist Bosch eher für Technik in Autos oder Haushaltsgeräten bekannt - nun nimmt das Unternehmen einen rustikalen Markt ins Visier: Rohstoffe. In Afrika will das Unternehmen im Bergbausektor Fuß fassen. Und das in mehr als 20 Ländern.

Bosch will verstärkt in Afrika investieren und im Bergbausektor Fuß fassen. Der Zulieferer von Industrietechnik und Dienstleistungen wolle in 24 Ländern des Kontinents im Bergbau tätig werden, sagte Michael Kloss, Geschäftsführer von Bosch südlich der Sahara, auf der Mining Indaba. Auf der weltweit größten Konferenz der Bergbauindustrie treffen sich derzeit rund 7000 Teilnehmer im südafrikanischen Kapstadt. Aktuell hat Bosch zehn Standorte in Afrika, dort konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf die Bereiche Automobil, Prüftechnik und Sicherheit.

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Investitionen in Angola, Nigeria, Mosambik, Kongo, Äthiopien und Sambia stünden bei Bosch ganz oben auf der Liste, so Kloss. Bislang hat sich das Unternehmen in Afrika vor allem auf die Automobilindustrie und die Zulieferung von Elektrowerkzeugen, Sicherheitstechnik und Thermotechnik konzentriert.

Eine der größten Hürden für ausländische Investoren in Afrika bleiben die schlecht ausgebauten Elektrizitätssysteme und die damit verbundenen Ausfälle, die Wirtschaftswachstum bremsen und Profite schmälern. "Die Stromversorgung ist ganz klar eine große Herausforderung. Daraus ergeben sich auch Standortnachteile", sagte Kloss. In Südafrika, derzeit der Hauptsitz von Bosch auf dem Kontinent, hätten sich Stromausfälle im vergangenen Jahr auf mehrere Wochen summiert und die Produktion spürbar gesenkt.

Bosch muss eigene Energieversorgung aufbauen

Die totale Stromerzeugungskapazität des Kontinents liegt nach Angaben der Afrikanischen Entwicklungsbank bei nur knapp 150 Gigawatt - das ist etwa so viel wie in Belgien. Aufgrund schlechter Wartung, beschädigter Leitungen, Kraftstoffmangel und Diebstahl ist die Energiemenge, die tatsächlich zur Verfügung steht, sogar noch geringer, meinen Experten.

Für Unternehmen wie Bosch ist daher klar: sie müssen in Afrika ihre eigene Energieversorgung aufbauen, um beständige Produktion gewährleisten zu können, hauptsächlich mit Hilfe von Generatoren. Das sei nicht nur teuer, sondern auch wenig umweltfreundlich, sagte Kloss. "Wir suchen kontinuierlich nach nachhaltigen Lösungen, um energieeffizient herzustellen", sagt der Geschäftsführer.

Quelle: n-tv.de

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