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Autoindustrie in Aufruhr: Bosse verteidigen Diesel, Gabriel die Branche

Die Dieseltechnik ist ein Kind der deutschen Autoindustrie. Da wundert es nicht, dass die Konzernlenker sie nach dem VW-Skandal verteidigen. Die gesamte Branche stehe unter Generalverdacht, das sei nicht gerechtfertigt, sagt Opel-Chef Neumann.

Trotz des VW-Abgas-Skandals verteidigen Topmanager der Autoindustrie den Diesel. "Der Dieselmotor ist für uns fundamental, um die CO2-Ziele zu erreichen", sagte BMW-Chef Harald Krüger bei der Verleihung des Autopreises "Das goldene Lenkrad". Ähnlich äußerte sich Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Der Diesel stoße 15 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) aus als Benziner. Neumann sagte, die gesamte Branche stehe unter Generalverdacht. Dies sei aber nicht gerechtfertigt.

EU-Regeln setzen für die Neuwagenflotten der Hersteller Obergrenzen für den Ausstoß von Kohlendioxid fest. Diese Ziele sind in den vergangenen Jahren verschärft worden. VW hatte mit Hilfe einer Software die Abgastests bei Millionen von Dieselfahrzeugen manipuliert. VW-Markenvorstand Jürgen Stackmann sagte, VW kämpfe in erster Linie um das Vertrauen der Kunden. Es gehe darum, "volle Transparenz" zu schaffen. Dabei aber gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit.

"Kulturwandel" bei VW?

Auch mit Blick auf den Abgas-Skandal forderte BMW-Chef Krüger eine andere Führungskultur in großen Unternehmen. Transparenz, Ehrlichkeit, aber auch Widerspruch seien wichtig. Es müsse auch möglich sein, den Chefs zu widersprechen - bei BMW sei dies der Fall.

Bei Volkswagen soll es auch als Folge des Abgas-Skandals einen "Kulturwandel" in der Unternehmensführung geben. VW galt lange als streng zentralistisch und hierarchisch geführter Konzern, in dem ein "Klima der Angst" geherrscht haben soll.

Gabriel springt bei

Zuvor hatte bereits Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die deutsche Autoindustrie und speziell Volkswagen nach dem Abgasskandal in Schutz genommen. "Man darf nicht ein solches Unternehmen in Bausch und Bogen für von gestern erklären", sagte Gabriel mit Blick auf VW.

Der Vizekanzler stellte sich aber auch ausdrücklich vor die gesamte Branche. "Es gibt keinen Grund, einen Generalverdacht über alle deutschen Automobilhersteller zu verbreiten", erklärte Gabriel. Dasselbe gelte für die Diesel-Technologie, die Deutschland brauche, "um die Klimaziele zu erreichen".

Quelle: n-tv.de

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