Wirtschaft
Teil der Lösung oder Teil des Problems? Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff.
Teil der Lösung oder Teil des Problems? Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff.(Foto: imago/Agencia EFE)

Wirtschaftskrise bedroht Südamerika: Brasilien verliert an Kraft

Wie schlimm steht es um die stärkste Wirtschaftsmacht in Südamerika wirklich? Die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt zeichnen ein düsteres Bild. Die Wirtschaftsleistung bricht so stark ein wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Die Wirtschaftsleistung Brasiliens ist im vergangenen Jahr so stark eingebrochen wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging 2015 um 3,8 Prozent zurück, wie die Statistikbehörde IBGE mitteilte. Für die brasilianische Volkswirtschaft - die mit Abstand größte in Südamerika - war es der größte Einbruch seit 1990.

Experten rechnen in diesem Jahr mit einem weiteren Schwund. Damit könnte sich die aktuelle Rezession ausgerechnet im Jahr der Olympischen Spiele zu der längsten und schwersten Konjunkturkrise ausweiten, die Brasilien seit Beginn der Aufzeichnungen 1901 durchmachen musste. Die Sommerspiele beginnen am 5. August.

Angesichts einer zweistelligen Inflationsrate und einer hohen Arbeitslosenquote muss die Masse der Verbraucher derzeit sehr genau auf ihre Ausgaben schauen. Unter den ungünstigen Rahmenbedingungen leidet derzeit vor allem der Konsum. Allein 2015 verloren den Daten zufolge 1,5 Millionen Beschäftigte ihre Arbeitsstelle. Das bleibt nicht ohne Folgen: Auch die Investitionen auf Unternehmensebene entwickeln sich rückläufig.

Im Griff der Korruption

Zusätzlich schwer zu schaffen macht dem Schwellenland eine seit Monaten schwelende Korruptionsaffäre, in die auch Präsidentin Dilma Rousseff verwickelt ist. An den Kapitalmärkten verliert Brasilien zusehends an Ansehen und Unterstützung.

Alle drei großen Ratingagenturen stufen die Kreditwürdigkeit Brasiliens mit Blick auf die Lage, die Politik und die konjunkturellen Aussichten mittlerweile im sogenannten Ramschbereich ein. Dadurch wird es für den brasilianischen Staatshaushalt zunehmend schwerer, sich zu akzeptablen Konditionen mit frischen Krediten zu versorgen.

Quelle: n-tv.de

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