Wirtschaft
Präsidentin Dilma Rousseff muss unpopuläre Entscheidungen treffen.
Präsidentin Dilma Rousseff muss unpopuläre Entscheidungen treffen.(Foto: dpa)

Reaktion auf Herabstufung: Brasiliens Regierung setzt Sparpaket auf

Nur noch "BB+" ist das Rating, das Standard & Poor's (S&P) Brasilien verpasst hat. Die Regierung steuert nun dagegen und will Milliarden einsparen. Zudem bleiben den Brasilianern auch Steuererhöhungen nicht erspart.

Brasilien reagiert mit kräftigen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen auf die Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Um das hohe Staatsdefizit zu verkleinern, will die Regierung durch eine Vielzahl von Maßnahmen 65 Milliarden Real (rund 17 Milliarden US-Dollar) zusätzlich einnehmen.

"Wir leben in schwierigen Zeiten und müssen viele Dinge anpassen", sagte Finanzminister Joaquim Levy. Unter anderem wird eine umstrittene Steuer auf Finanztransaktionen wieder eingeführt, die im kommenden Jahr alleine 32 Milliarden Real bringen soll. Gekappt werden zudem Vergünstigungen unter anderem für die chemische Industrie und andere Branchen, zudem werden Gehaltserhöhungen für Staatsbedienstete verschoben.

S&P hatte in der vergangenen Woche die Kreditwürdigkeit des Schwellenlandes auf "BB+" von "BBB-" und damit wieder in den sogenannten "Ramsch"-Bereich herabgestuft. An den Finanzmärkten wird nun befürchtet, dass die anderen Agenturen Moody's und Fitch nachziehen könnten.

Viele Anleger und Fonds meiden "Ramsch"-Anlagen, weil die Risiken zu groß sind. S&P begründete den Schritt mit verstärkten politischen Herausforderungen, vor denen Präsidentin Dilma Rousseff stehe. Sie versucht derzeit, die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas aus der schwersten Rezession seit einem Vierteljahrhundert zu führen.

Quelle: n-tv.de

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