Massiver Gewinneinbruch durch Krise Breitseite für die Bahn
Der Umsatz von Europas größtem Transportunternehmen sackt um 14 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro ab. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bricht sogar um mehr als die Hälfte auf 671 Millionen Euro ein, teilt der Konzern mit.
Die Deutsche Bahn ist von der Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr voll getroffen geworden und sieht noch keine Trendwende. Der Umsatz von Europas größtem Transportunternehmen sackte um 14 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro ab. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach sogar um mehr als die Hälfte auf 671 Millionen Euro ein, teilte der Konzern in Frankfurt am Main mit.
Es wird einige Jahre dauern, bis wir wieder zu Volumina zurückkehren werden, wie wir sie in den Rekordjahren 2007 und 2008 hatten", erklärte Bahnchef Rüdiger Grube. Kurzfristig sei keine Markterholung zu erwarten. Besonders drastisch fielen die Einbrüche bei der Güterbahn und der internationalen Logistik aus. Aber auch im bisher vergleichsweise stabilen Personenverkehr schlummerten noch Risiken. Daher will Grube mit einem Sparkurs gegensteuern. Wegen der Wirtschaftskrise wollte er keine konkrete Prognose zum weiteren Geschäftsverlauf abgeben.
Es sind die ersten Konzern-Zahlen, die Grube nach knapp vier Monaten im Amt als Vorstandschef der Deutschen Bahn vorstellt.
Sorgenkind Gütertransport
Besonders zu schaffen machte dem Konzern den Angaben zufolge besonders der starke Rückgang im Güterverkehr angesichts der Krise. Die Menge der beförderten Güter sei im ersten Halbjahr um rund 26 Prozent zurückgegangen auf 145 Millionen Tonnen.
Einen Zuwachs habe die Bahn in der ersten Jahreshälfte im Personenverkehr verzeichnet, teilte der Konzern weiter mit. Die Zahl der Fahrgäste stieg zwischen Januar und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent auf insgesamt 958 Millionen. Das waren 16,8 Millionen mehr als im ersten Halbjahr 2008. Der Konzern habe damit trotz seines verringerten Zugangebots im Fernverkehr wegen der Achskontrollen an den ICE-Zügen einen Zuwachs bei den Fahrgastzahlen verbucht.
Nach dem Scheitern der Teilprivatisierung im vergangenen Herbst wegen der Finanzkrise ist ein neuer Anlauf nicht absehbar. Vor 2013 oder 2014 werde es wohl keinen Börsengang geben, hatte Grube gesagt. Er steht seit 1. Mai an der Konzernspitze, nachdem der langjährige Bahnchef Hartmut Mehdorn über die Affäre um Massenkontrollen von Mitarbeiterdaten gestürzt war.