Wirtschaft
Der nächste Regen kommt bestimmt.
Der nächste Regen kommt bestimmt.(Foto: picture alliance / dpa)

Olympische Spiele hier, Fitch da: Briten und Iren senken Ausblick

Die Olympischen Sommerspiele in London sind lange vorbei - und Großbritannien bekommt das zusehends zu spüren. Der positive Effekt auf die Wirtschaftskraft verfliegt. Experten rechnen mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft. Auch in Irland gewinnt der Pessimismus die Oberhand - mit einem feinen Unterschied.

Düstere Wirtschaftsaussichten auf der Insel: Die Bank von England hat ihre Wachstumsprognose für die britische Wirtschaft für das nächste Jahr nach unten korrigiert. Zentralbank-Gouverneur Mervyn King sagte bei der Vorstellung der vierteljährlichen Prognose in London, 2013 werde nur noch etwa 1 Prozent Wachstum erwartet. Im August war die Bank noch von 1,7 Prozent ausgegangen. King warnte zudem davor, dass die Wirtschaftsleistung Großbritanniens mindestens in den kommenden drei Jahren unter dem Niveau bleiben werde, das vor der Krise von 2008 erreicht worden war.

Weiter befürchtete die Bank, dass das Bruttoinlandsprodukt zwischen Oktober und Dezember dieses Jahres erneut schrumpfen könne. "Die Wirtschaftsleistung dürfte im vierten Quartal stark sinken, der positive Effekt der Olympischen Spiele vom Sommer verflogen sein", sagte King. "Die Zahlen vom letzten Quartal haben ein allzu positives Bild vermittelt." Dank einmaliger Faktoren - wie London 2012 - war das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal, zwischen Juli und September, wieder gewachsen. Zuvor war es drei Quartale in Folge leicht geschrumpft.

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Die Bank korrigierte auch ihre Inflations-Prognose. Die Inflationsrate dürfte nun erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres das Ziel der Regierung von 2 Prozent erreichen, später als angenommen. Im Oktober war sie unerwartet auf 2,7 Prozent gestiegen. Zudem sagte King, er schließe nicht aus, über weitere Anleihenaufkäufe frisches Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Über dieses Instrument hatte die Notenbank die Geldmenge in den vergangenen drei Jahren um insgesamt 375 Milliarden Pfund ausgeweitet.

Der Bericht der Bank wurde am gleichen Tag veröffentlicht wie die neusten Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien fiel zwischen Juli und September um rund 50 000 auf 2,5 Millionen oder 7,8 Prozent.

Iren bleiben im Plus

Die irische Regierung senkte ebenso die Wachstumsprognose für das angeschlagene Euroland deutlich ab. Zuletzt habe sich das konjunkturelle Umfeld für die irische Wirtschaft eingetrübt, hieß es in einem Bericht des Finanzministeriums. Nach der aktuellen Schätzung rechnet die Regierung im kommenden Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Zuletzt hatte die Prognose im April noch bei einem Plus von 2,2 Prozent gelegen.

Die Regierung in Dublin senkte auch die Erwartung für 2014. Nach der neusten Schätzung wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,5 Prozent wachsen, nach zuvor geschätzten 3,0 Prozent. Als Ursache für die gesenkte Prognose nannte das Finanzministerium einen Rückgang der Exporte und schwächere Konsumausgaben. Zudem dürfte die Zahl der Arbeitslosen noch längere Zeit auf einem erhöhten Niveau verharren.

Fitch zuversichtlich

Die Ratingagentur Fitch hob gleichzeitig ihren Bonitätsausblick für Irland von negativ auf stabil an. Die Kreditwächter begründeten ihren Schritt mit dem Fortschritt des Landes bei Reformen, Einsparungen und der wirtschaftlichen Erholung. Fitch beließ die Bonitätsnote bei BBB+, was drei Stufen über Ramschniveau liegt.

"Im Allgemeinen hat es die Politik geschafft, die Ziele zur Neuverschuldung ohne zu große Rückwirkungen auf das Wachstum der Jahre 2011 und 2012 einzuhalten", lobten die Experten. Irland habe auch große Fortschritte auf seinem Weg zurück an die Finanzmärkte gemacht. Risiken ergeben sich laut Fitch aus der hohen Verschuldung von Staat und Privathaushalten.

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Quelle: n-tv.de

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