Wirtschaft
Der britische Finanzminister Philip Hammond hofft auf ein weitreichendes Freihandelsabkommen.
Der britische Finanzminister Philip Hammond hofft auf ein weitreichendes Freihandelsabkommen.(Foto: picture alliance / Hannah Mckay/)
Sonntag, 02. April 2017

Kein Steuerdumping gewünscht: Briten zu Kompromissen bei Brexit bereit

Aus London kommen versöhnliche Töne vor Verhandlungen mit der EU: Finanzminister Hammond erklärt sich etwa bereit, über künftige Zahlungsverpflichtungen seines Landes zu sprechen. Auch hofft er auf ein weitreichendes Freihandelsabkommen.

Der britische Schatzkanzler Philip Hammond hat vor den anstehenden Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Union Kompromissbereitschaft bei Streitthemen signalisiert. "Unser Ziel ist es, den bestmöglichen Deal auf einer konstruktiven Art und Weise zu erreichen", sagte Hammond im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Man sei auch bereit, über Zahlungsverpflichtungen zu sprechen. "Großbritannien wird wie immer seine Verpflichtungen erfüllen", so Hammond.

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Zu der von der EU ins Spiel gebrachten Brexit-Rechnung über 60 Milliarden Euro sagte der britische Finanzminister, er sei nicht überrascht, dass der EU-Chefunterhändler Michel Barnier mit einer großen Zahl beginne. Für den Fall eines künftigen, weitreichenden Freihandelsabkommens mit der EU sprach sich Hammond gegen einen Wettbewerb in der Steuerpolitik und bei der Finanzmarktregulierung aus.

"Ein weitreichendes Freihandelsabkommen würde also bedeuten, dass Großbritannien weitgehend bei den EU-Gepflogenheiten in Sachen Regulierung und Steuern bleibt", sagte Hammond weiter. Solch eine Vereinbarung sei die "klare Präferenz" der britischen Regierung. In der Vergangenheit hatte die Regierung in London niedrigere Steuersätze für Unternehmen als ein mögliches Instrument nach dem Brexit angekündigt.

Hammond machte allerdings auch deutlich, dass London für den Fall des Scheiterns der Gespräche andere Optionen habe. "Wir würden es vorziehen, eine tiefe und umfassende Partnerschaft mit der EU in Wirtschafts- und Handelsfragen zu haben. Aber wenn die EU daran kein Interesse haben sollte, werden wir uns anderweitig orientieren", kündigte der britische Finanzminister an.

Quelle: n-tv.de

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