Wirtschaft
Besser als eine Buffallo-Bill-Show: Auch dieses Jahr zieht es wieder Zehntausende Anleger in das sonst so verschlafene Örtchen Omaha im US-Bundesstaat Nebraska.
Besser als eine Buffallo-Bill-Show: Auch dieses Jahr zieht es wieder Zehntausende Anleger in das sonst so verschlafene Örtchen Omaha im US-Bundesstaat Nebraska.(Foto: REUTERS)
Samstag, 04. Mai 2013

Berkshire lädt zum "Woodstock der Kapitalisten": Buffett feiert mit Anlegern volle Kassen

Omaha im US-Bundesstaat Nebraska erwacht wieder aus dem Dornröschenschlaf. Investorenlegende Warren Buffet lädt zum traditionellen Jahrestreffen seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Die angereisten Aktionäre sind in Höchststimmung.

Ein bisschen Spaß muss sein: Buffet bei einer Bridge-Partie mit Aktionären.
Ein bisschen Spaß muss sein: Buffet bei einer Bridge-Partie mit Aktionären.(Foto: REUTERS)

Dank der anziehenden US-Konjunktur hat die Beteiligungsgesellschaft der Investorenlegende Warren Buffett satte Gewinne eingefahren. Im vergangenen Quartal steigerte Berkshire Hathaway den Überschuss nach eigener Auskunft um fast 51 Prozent auf 4,9 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 43,8 Mrd. US-Dollar.

Bereits vor Veröffentlichung des Zwischenberichts waren die Berkshire-Aktionäre in Feierlaune. Der Aktienkurs des Unternehmens hat am Freitag angetrieben von der Rally an der Wall Street auf einem Rekordhoch geschlossen - beste Bedingungen für die Hauptversammlung. Zum Berkshire-Aktionärstreffen pilgern üblicherweise mehr als 35.000 Menschen. Das Aktionärstrefffen ist über die Jahre zu einer Art Show geworden. Buffett selbst spricht von einem "Woodstock für Kapitalisten". Sechs Stunden steht Buffet in er Regel seinen Aktionären Rede und Antwort. Gerne antwortet er auch mal mit markigen Worten.

Das bunt gemischte Firmenportfolio des 82-Jährigen profitiert von der Wirtschaftsbelebung in den USA. So konnte sich etwa die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern ebenso über eine steigende Nachfrage freuen wie der Lebensmittelgroßhändler McLane, der Wohnmobilhersteller Forest River und der Stromkonzern MidAmerican Energy. "Der glückliche Umstand ist derzeit, dass sich die Wachstumsbereiche der Wirtschaft in Berkshires Sortiment befinden", sagte Jeff Matthews, Gründer des Hedgefonds RAM Partners und Autor eines Buches über Buffett.

Dickes Polster für Zukäufe

Warren Buffet (r.) and Vize Charlie Munger auf einem Schild eines Juwelierladens.
Warren Buffet (r.) and Vize Charlie Munger auf einem Schild eines Juwelierladens.(Foto: REUTERS)

"Das Rückrat von Berkshire ist die Weltklassesammlung von  Versicherungsunternehmen", ergänzte Investmentstratege David Rolfe von Wedgewood Partners. Dazu gehört etwa der Kfz-Versicherer Geico, dessen Geschäfte glänzend liefen. Auch im reinen Anlagen- und Derivategeschäft schossen die Gewinne hoch. Sie verdoppelten sich dort im Quartal nahezu auf 1,1 Mrd. US-Dollar. Buffett ist auch bei Großkonzernen wie General Electric (GE), Goldman Sachs, Coca-Cola, IBM und Wells Fargo engagiert.

Für weitere Zukäufe fehlt es nicht an Geld. Der Barmittelbestand lag zuletzt bei 49,1 Mrd. US-Dollar. 12,1 Mrd. davon werden für die gemeinsam mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G Capital betriebene Übernahme des Ketchup-Produzenten H.J. Heinz gebraucht. Eine weitere Großtransaktion ist allerdings nicht in Sicht. "Weil die Zinsen bei null sind, werden sehr hohe Preise für Firmen gezahlt", erläuterte der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Charlie Munger.

Quelle: n-tv.de

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