Wirtschaft
Derzeit bezieht Bulgarien fast sein gesamtes Gas aus Russland.
Derzeit bezieht Bulgarien fast sein gesamtes Gas aus Russland.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ärmstes EU-Land hofft auf Milliarden: Bulgarien plant Gas-Hub für Mitteleuropa

Die Konflikte zwischen Europas wichtigem Gaslieferanten Russland und der Ukraine sowie der Türkei zeigen, wie wichtig eine Diversifizierung der Energieimporte ist. Bulgarien will dabei künftig eine Hauptrolle einnehmen.

Vor dem Hintergrund der Spannung zwischen Russland und der Türkei plant das ärmste EU-Land Bulgarien ein Gasverteilungszentrum für Südost- und Mitteleuropa. Mit dem künftigen Erdgas-Zentrum "Balkan" bei der Schwarzmeerstadt Warna würde Bulgarien zum überregionalen "Haupt-Transitplatz für Gas werden", sagte Regierungschef Boiko Borissow in einem Interview des Fernsehkanals bTV in Sofia.

"Das ist unser Ziel und wir arbeiten mit allen Kräften auf dieses Ziel hin", betonte Borissow mit Blick auf erwartete Transiteinnahmen in Milliardenhöhe. Zu dem Umschlagknoten bei Warna solle Gas aus Russland, Aserbaidschan und Turkmenistan sowie aus rumänischen und bulgarischen Vorkommen fließen.

Wegen des Streits mit der Türkei liegt Russlands wichtigstes Energieprojekt Turkish Stream auf Eis. Für die Umsetzung des "Gas Hub Balkan" genannten Projekts arbeitet Bulgarien mit der Europäischen Union zusammen. Das künftige Gaszentrum bei Warna soll auch neue Lieferquellen und -routen für Gas nach Bulgarien sichern. Das frühere Ostblockland hängt neun Jahre nach dem EU-Beitritt 2007 noch immer fast komplett von russischen Gaslieferungen durch die Ukraine ab. Das Balkanland verfügt aber über einen eigenen Gasspeicher und eigene Gas-Infrastruktur.

Quelle: n-tv.de

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