Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Verkauf oder Börsengang?: Bund nimmt Gebote für HRE-Tochter entgegen

Mit schier unfassbaren Summen muss in der Finanzkrise die Hypo Real Estate gerettet werden. Eine der Auflagen ist ihre Aufspaltung. Die nimmt nun Form an. Denkbar sind zwei Varianten. Die Aufseher drücken aufs Tempo.

Die Hypo Real Estate Holding (HRE) hat die Abspaltung ihrer Tochter Pfandbriefbank (pbb) begonnen. Zum einen wurde das Bieterverfahren für einen Verkauf mit einer öffentlichen Ausschreibung eröffnet. Zum anderen laufen parallel die Vorbereitungen für einen Börsengang der pbb. Sollte ein Verkauf scheitern, wäre der Börsengang eine Alternative, teilte die Bank mit. Die HRE will bis zu 100 Prozent ihrer Anteile verkaufen.

Als die HRE im Sommer 2011 mit Staatsgeldern gerettet werden musste, war der Verkauf der Pfandbriefbank eine der Auflagen der Europäischen Kommission für die Hilfe. Die Pfandbriefbank ist eine auf gewerbliche Immobilienfinanzierungen spezialisierte Bank und nach eigenen Angaben der größte Emittent von Pfandbriefen nach ausstehendem Volumen in Europa.

Bis zum 27. Februar können potenzielle Käufer nun ihr Interesse bekunden. Wenn die Gebote vorliegen, wird geprüft, ob sich über einen Verkauf oder einen Börsengang ein besseres Ergebnis erzielen ließe. HRE-Aufsichtsratschef Günther Bräunig ist zuversichlich, dass die Privatisierung der Pfandbriefbank noch im laufenden Jahr abgeschlossen wird. Die Bank habe "in den vergangenen Jahren konsequent die Voraussetzungen für die Durchführung der Reprivatisierung geschaffen", sagte er.

Bank peilt Vorsteuerergebnis an

2014 erreichte das Neugeschäftsvolumen in den beiden Geschäftsfeldern Immobilienfinanzierung und Öffentliche Investitionsfinanzierung nach vorläufigen Zahlen einen neuen Höchststand bei 10,2 Milliarden Euro. Das Volumen liegt damit fast ein Viertel über dem Vorjahr.

Die Bank rechnet demnach für das Gesamtjahr 2014 mit einem Konzernvorsteuerergebnis nach IFRS von mehr als 170 Millionen Euro. Das läge deutlich über der eigenen Prognose von 140 Millionen Euro. Zudem teilte die HRE mit, dass der Zinsüberschuss der Pfandbriefbank 2014 "deutlich überproportional" zugelegt habe. Die Kreditrisikovorsorge sei auf "niedrigem Niveau" geblieben.

Die Pfandbriefbank will am 9. März detailliertere vorläufige Zahlen vorlegen, der Geschäftsbericht soll Ende März folgen.

2009 wurde die Bank nach und nach verstaatlicht, indem der Bund Anteile kaufte. Insgesamt musste die Bank mit mehr als 100 Milliarden Euro gerettet werden. Die HRE lagerte die gefährlichsten Wertpapiere in eine sogenannte Bad Bank aus und versuchte mit der PBB einen Neustart in ihrem Kerngeschäft als Immobilienfinanzierer. Die staatliche Rettungsaktion rief damals die EU-Kommission auf den Plan, die verlangte, die PBB wieder zu privatisieren.

Quelle: n-tv.de

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