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"Daran halten wir fest": Die Bundesbank organisiert einen der größten Gold-Transporte der Geschichte.
"Daran halten wir fest": Die Bundesbank organisiert einen der größten Gold-Transporte der Geschichte.(Foto: REUTERS)

Gold-Importe nach Deutschland im Plan: Bundesbank dementiert "rätselhafte Gründe"

Hartnäckige Gerüchte zwingen die Bundesbank zur Klarstellung: Die Überführung der deutschen Gold-Bestände aus dem Ausland nach Deutschland sei keinesfalls ins Stocken geraten. Insgesamt holt Deutschland fast 700 Tonnen nach Hause.

Wer tonnenweise Gold transportieren will, lädt besser nicht alles in das selbe Schiff oder Flugzeug.
Wer tonnenweise Gold transportieren will, lädt besser nicht alles in das selbe Schiff oder Flugzeug.(Foto: REUTERS)

Die Deutsche Bundesbank hat Vorwürfe zurückgewiesen, die angekündigte Überführung ihres Goldes aus dem Ausland sei aus "rätselhaften Gründen" ins Stocken geraten. Das Lagerstellenkonzept der Notenbank sehe vor, bis 2020 schrittweise 300 Tonnen Gold von New York und 374 Tonnen Gold von Paris nach Frankfurt zu verlagern.

"Daran halten wir fest", sagte eine Sprecherin. Allerdings werde das Gold aus Sicherheitsgründen nur in kleinen Tranchen überführt. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, die Bundesbank habe frühere ehrgeizigere Pläne verworfen und komme bei der Heimholung ihrer Goldbarren nur zögerlich voran.

Hoher Aufwand für 37 Tonnen

Das Blatt bezieht sich auf eine Anhörung im Bundestag vom Oktober 2012. Damals habe die Bundesbank versprochen, schon bis 2015 ein Zehntel der in New York gelagerten Goldbarren nach Frankfurt zu holen. "Das war eine vorläufige Aussage, die seit dem Beschluss des Bundesbank-Vorstands von Januar 2013 überholt ist", sagte die Sprecherin in Frankfurt.

2012 war in Deutschland eine öffentliche Debatte über die Sicherheit des deutschen Goldes im Ausland entbrannt. Der Bundesrechnungshof hatte angesichts des hohen Werts der bei ausländischen Notenbanken gelagerten Goldbestände regelmäßige Stichproben gefordert. Einige Politiker meinten, die Frankfurter Währungshüter hätten die Kontrolle über das Edelmetall aus der Hand gegeben. Dies bestreitet die Bundesbank bis heute. Die Sprecherin betonte: "Wir haben keine Zweifel an der Verlässlichkeit unserer Partner."

Tatsächlich hat die Bundesbank 2013 nur 37 Tonnen Gold nach Frankfurt verlagert - 32 Tonnen aus Paris und 5 Tonnen aus New York. Die relativ geringen Mengen erklärt die Bundesbank mit dem anfangs hohen logistischen Aufwand und den umfassenden Sicherheitsvorkehrungen.

Auslandsüberschüsse in Gold

CSU-Vize Peter Gauweiler ließ sich im "Handelsblatt" dagegen mit schwerwiegenden Mutmaßungen zitieren: "Offenbar sind die Barren nicht mehr unangetastet verfügbar gewesen." Im laufenden Jahr wollen die Währungshüter 30 bis 50 Tonnen Gold aus New York nach Frankfurt bringen.

Bisher lagert der Großteil der deutschen Gold-Reserven im Ausland, vor allem bei der US-Notenbank Fed. Der Grund: Das Edelmetall ging vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als Bezahlung hoher deutscher Außenhandelsüberschüsse in den Besitz der Bundesbank über. Die Überführung galt und gilt als sehr kostspielig Geld. Zudem erschien ein Lagerort außerhalb Europas in der Nachkriegszeit unter strategischen Gesichtspunkten als sicherer. Erst unter wachsendem öffentlichen Druck ging die Bundesbank dazu über, die physisch eingelagerten Reserven an Edelmetall nach Deutschland zu holen.

Die Edelmetallbestände geben der Bundesbank zudem ein ergiebiges Deviseninstrument in die Hand. Gold hat den Vorteil, dass es schnell in eine Fremdwährung umgetauscht werden kann. Da dies im Euroland Frankreich keine Rolle mehr spielt, soll das deutsche Goldlager in Paris bis 2020 komplett aufgelöst werden. Dann soll rund die Hälfte der knapp 3400 Tonnen Goldreserven in Deutschland lagern.

Zuvor war es weniger als ein Drittel (31 Prozent) - Ende 2012 lagerten den Angaben der Bundesbank zufolge 45 Prozent in New York, 13 Prozent in London und 11 Prozent in Paris. Der Wert des deutschen Goldschatzes ist im vergangenen Jahr allerdings um 31 Prozent abgeschmolzen: Ende Dezember 2013 hatte die Bundesbank Gold und Goldforderungen im Wert von 94,9 Milliarden Euro in ihren Büchern. Wiederholt hatten Experten darauf gedrängt, einen Teil der Gold-Reserven rechtzeitig - also vor einem größeren Preisverfall - am Weltmarkt zu verkaufen.

Quelle: n-tv.de

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