Wirtschaft
Die Bundesbank revidiert ihre Wachstumsprognosen für Deutschland - nach oben.
Die Bundesbank revidiert ihre Wachstumsprognosen für Deutschland - nach oben.(Foto: picture alliance / dpa)

Glänzende Aussichten: Bundesbank sieht Wirtschaft durchstarten

Hohes Wachstum, hohe Beschäftigung, höhere Löhne: Die Konjunktur kommt in Fahrt. Die deutsche Bundesbank erwartet ein kräftigeres Wachstum als bislang. Davon profitieren die Arbeitnehmer und der Haushalt.

Die deutsche Bundesbank sagt Deutschland gute Zeiten voraus. Für das kommende Jahr erwartet sie ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Bislang lag die Prognose bei 1,5 Prozent. 2015 soll das Bruttoinlandsprodukt sogar um 2,0 Prozent zulegen, wie aus ihren jüngsten Daten hervorgeht. Europas größte Volkswirtschaft würde damit viermal so stark wachsen wie im zu Ende gehenden Jahr mit 0,5 Prozent.

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"Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich in einem guten Zustand", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. "Die Arbeitslosenquote ist niedrig, die Beschäftigung steigt weiter, und der Lohnanstieg normalisiert sich." Zudem seien die Zinsen niedrig. "Diese Faktoren stützen den privaten Verbrauch und treiben den Wohnungsbau an." Zumal die Inflationsrate mit 1,3 Prozent im kommenden und 1,5 Prozent im übernächsten Jahr niedrig bleiben dürfte. Die Unternehmen werden der Bundesbank zufolge wieder mehr Geld in Maschinen, Geräte und andere Ausrüstungen investieren.

Kritik an Koalitionsvereinbarungen

Die Zahl der Erwerbstätigen wird demnach sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr zulegen. Die Zahl der Arbeitslosen soll sich bei 2,9 Millionen einpendeln. Von der guten Konjunktur profitiert auch der Staat. 2015 soll er einen Überschuss von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erzielen, nachdem der Haushalt im laufenden Jahr ausgeglichen sein soll. Allerdings sind in dieser Prognose die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD noch nicht berücksichtigt.

Diese stoßen teils auf Kritik. "Einige der in der Koalitionsvereinbarung in Aussicht gestellten Maßnahmen wie der Mindestlohn drohen die Leistungsfähigkeit der Arbeits- und Gütermärkte zu beschädigen, und der fiskalische Kurs soll gelockert werden", sagte Weidmann.

Risiken gingen zudem vom außenwirtschaftlichen Umfeld aus: Die Auswirkungen der Schuldenkrise im Euro-Gebiet seien zwar eingedämmt und wichtige Reformen eingeleitet worden, hieß es. "Die hohe Verschuldung und die fortbestehenden Strukturprobleme werden jedoch die Krisenanfälligkeit der europäischen und der globalen Wirtschaft hoch halten."

Quelle: n-tv.de

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