Wirtschaft
Die asiatischen Indizes am 7.1.2016 im Fenster der Hongkonger Börse.
Die asiatischen Indizes am 7.1.2016 im Fenster der Hongkonger Börse.(Foto: REUTERS)

Kursturbulenzen in China: Bundesbank sieht keine Gefahr für Europa

Europas Finanzsystem kann die Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt verkraften. Laut Bundesbank-Vorstand Thiele ist es seit der Krise 2008 deutlich stabiler aufgestellt. Risiken sieht er dennoch.

Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele erwartet keine gravierenden Auswirkungen der Börsenturbulenzen in China auf das Finanzsystem der Eurozone. "Sollte es allerdings in China zu einem starken Wirtschaftseinbruch kommen, darf man die Auswirkungen nicht unterschätzen, insbesondere nicht für exportorientierte Länder in Europa, wie etwa Deutschland", sagte Thiele der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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Parallelen zum Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 sieht der Bundesbank-Vorstand nicht. "Ich halte nichts davon, einen solchen Vergleich zu ziehen", sagte er. Die Kreditwirtschaft im europäischen Raum sei inzwischen durch höheres Eigenkapital und reduzierte Bilanzsummen stabiler aufgestellt als vor der Finanzkrise 2008, sagte Thiele. "Durch diese Vorsorgemaßnahmen sind die Banken weniger krisenanfällig."

Yuan nicht zu bremsen

Auch die Bemühungen Chinas, den Yuan (Renminbi) als weitere globale Reservewährung zu etablieren, sieht Thiele nicht in Gefahr. Dieses Vorhaben sei wegen der wirtschaftspolitischen Bedeutung des Landes "durchaus angemessen". Dabei habe China jedoch noch eine Wegstrecke zurückzulegen, so Thiele.

Das Wachstum in China ist derzeit so gering wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Die Landeswährung Yuan verliert an Wert. Die Aktienkurse sind unter Druck: Allein der ersten Handelswoche büßten die Indizes an den wichtigsten Börsenplätzen zehn Prozent ein.

Die erste Handelswoche im neuen Jahr fiel auch für viele Dax-Anleger ernüchternd aus: Das Börsenbeben in China riss den deutschen Leitindex Dax mit in die Tiefe - das Wochenminus betrug 8,3 Prozent. Angesichts der Sorgen um die chinesische Wirtschaft müssten sich die Investoren kurzfristig weiter auf starke Kursausschläge einstellen, meint Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM.

Quelle: n-tv.de

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