Wirtschaft
Die Bundesbank sieht im Konsum eine Konjunkturstütze.
Die Bundesbank sieht im Konsum eine Konjunkturstütze.(Foto: picture alliance / dpa)

Inflation bleibt moderat: Bundesbank sieht weniger Wachstum

Die Bundesbank beurteilt die Aussichten für die deutsche Wirtschaft ungünstiger als noch vor einem halben Jahr. Angesichts der Eurokrise liegen die Hoffnungen auf der Binnenkonjunktur.

Die deutsche Bundesbank hat ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im laufenden und kommenden Jahr gesenkt. Als Wachstumsstützen sieht sie vor allem den privaten Konsum und den Hausbau. Auch für die Investitionen wird eine langsame Erholung erwartet. Für den Außenhandel sieht sie Risiken, die sich vor allem aus der Rezession in der Eurozone und einer schwächeren Nachfrage aus den Schwellenländern ergeben.

Die Bundesbank senkte ihre Prognose für den Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2013 auf 0,3 von zuvor 0,4 Prozent und für 2013 auf 1,5 von zuvor 1,9 Prozent. Kalenderbereinigt soll das BIP laut Bundesbank 2013 und 2014 um 0,4 beziehungsweise 1,5 Prozent steigen.

Allerdings war die Senkung der Prognosen, die zu einem guten Teil auf der unerwartet schwachen Entwicklung des ersten Quartals beruhte, von optimistischen Tönen begleitet. "Die konjunkturellen Perspektiven für Deutschland haben sich nach der Schwächephase Ende 2012 wieder aufgehellt", heißt es in der halbjährlichen Prognose.

Die Bundesbank verweist darauf, dass die Weltwirtschaft im Laufe dieses Jahres wieder Fahrt aufnehmen dürfte und dass sich auch für den Euroraum eine konjunkturelle Bodenbildung abzeichne. Allerdings stehen nach Einschätzung der Bundesbank strukturelle Probleme einer schnellen Besserung im Weg, was die in die internationale Arbeitsteilung eingebundene deutsche Wirtschaft "in hohem Maß in belasten" dürfte.

Bundesbank setzt auf den privaten Verbrauch

Die Hoffnungen der Bundesbank ruhen daher auf der Binnenkonjunktur: "Die gute Arbeitsmarktlage, die stärker steigenden Löhne und die nachlassende Teuerung stützen in Deutschland jedoch den privaten Verbrauch", lässt sich Bundesbankpräsident Jens Weidmann zitieren. Außerdem profitiere der Wohnungsbau von den niedrigen Zinsen, "und die gewerblichen Investitionen ziehen mit besserer Auslastung der industriellen Kapazitäten langsam wieder an".

Die Risiken für die Wachstumsprognose sieht die Bundesbank überwiegend nach unten gerichtet. "Viel wird davon abhängen, dass sich die wirtschaftliche Lage in den Krisenländern des Euroraums stabilisiert, und dort Auftriebskräfte nach und nach die Oberhand gewinnen", erklärte Weidmann. Er warnte davor, dass ein Erlahmen der Konsolidierungs- und Reformbemühungen erneut Vertrauen zerstören und damit auch negativ auf die Finanzmärkte ausstrahlen könne.

"Eine ebenso wichtige Voraussetzung für den von uns unterstellten Wachstumspfad ist eine nachhaltige Belebung der Weltwirtschaft", betonte Weidmann außerdem. Die Bundesbank sieht gerade in einigen aufstrebenden Volkswirtschaften neben konjunkturellen Schwächen inzwischen auch strukturelle Verwerfungen. Außerdem könnten weitere Schocks die Stabilität am Arbeitsmarkt gefährden und "negative Multiplikatorwirkungen" auslösen.

Quelle: n-tv.de

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