Wirtschaft
Worte voller Zuversucht aus dem Ministerium: "Insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung nach dem guten Start im ersten Quartal des Jahres weiter zunehmen."
Worte voller Zuversucht aus dem Ministerium: "Insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung nach dem guten Start im ersten Quartal des Jahres weiter zunehmen."(Foto: REUTERS)

"Wirtschaft auf Wachstumskurs": Bundesregierung erwartet Aufschwung

Euro-Angst? Flüchtlingskrise? Niedrigzinsdebakel? In der Mitte Europas läuft es nach Einschätzung aus dem Wirtschaftsministerium unerwartet gut. Der Konjunkturmotor läuft rund. Der aktuelle Monatsbericht sagt stabiles Wachstum voraus.

Die Bundesregierung rechnet ungeachtet der mauen Weltkonjunktur mit einem anhaltenden Aufschwung in Deutschland. "Die deutsche Wirtschaft ist gut in das Jahr 2016 gestartet und bleibt trotz eines unsichereren globalen Umfelds auf Wachstumskurs", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht.

Video

"Insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung nach dem guten Start im ersten Quartal des Jahres weiter zunehmen." Zwar hat sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen zuletzt mehrfach eingetrübt. "Dies ist vor allem der gestiegenen Unsicherheit über die weitere Entwicklung des globalen wirtschaftlichen Umfelds und den Turbulenzen an den Finanzmärkten zu Jahresbeginn geschuldet", betonte das Ministerium.

Grundsätzlich bleibe die deutsche Wirtschaft aber im Wachstumsmodus. "Die binnenwirtschaftlichen Nachfrage liefert zuverlässige Impulse", schrieb das Ministerium. "Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist weiterhin hoch."

Der niedrige Ölpreis, niedrige Zinsen und der vergleichsweise billige Euro sorgen demnach für zusätzlichen Schub. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist Deutschland die größte Volkswirtschaft Europas. Im Jahr 2015 kam die deutsche Wirtschaft insgesamt auf eine Wachstumrate von 1,7 Prozent. Die meisten Experten rechnen für dieses Jahr mit einem BIP-Plus in ähnlicher Größenordnung.

Optimistischer als die Regierung

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hatte seine Konjunkturprognose für Deutschland dagegen erst am Vortag etwas zurückgenommen, liegt aber trotzdem noch deutlich über dem Niveau der Bundesregierung. Das deutsche BIP dürfte laut IfW-Einschätzung im laufenden Jahr um 2,0 Prozent statt wie bislang erwartet um 2,2 Prozent zulegen.

Für 2017 reduzierte das Kieler Institut die Zuwachsrate von 2,3 auf 2,2 Prozent. Ein Grund für die Korrekturen sei vor allem ein Exportrückgang im Winter aufgrund der Schwäche in Abnehmerländern. "Dennoch wird die konjunkturelle Dynamik in Deutschland hoch bleiben", erklärten die Konjunkturforscher.

Das schwierigere außenwirtschaftliche Umfeld sei geprägt durch die Schwäche Chinas, den Einbruch der Ölpreise, den Streit zwischen den EU-Partnern in der Flüchtlingskrise und von Sorgen um die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft. Die deutsche Konjunktur zeige sich in diesem Umfeld robust, resümierten die IfW-Ökonomen.

Der private Konsum werde im gesamten Prognosezeitraum angesichts steigender Einkommen so stark zulegen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die Konjunkturprognosen der EU-Kommission, des IWF, der OECD und weiterer Forschungsinstitute legen für 2016 überwiegend 1,7 oder 1,8 Prozent Wachstum zugrunde. Mit 1,3 Prozent erwartet das Hamburger HWWI den niedrigsten BIP-Zuwachs.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen