Wirtschaft
Wartung eines Tornado-Jets bei Cassidian in Manching (Oberbayern).
Wartung eines Tornado-Jets bei Cassidian in Manching (Oberbayern).(Foto: picture alliance / dpa)

EADS-Tochter schnallt Gürtel enger: Cassidian baut Stellen ab

Das Scheitern der Fusion von EADS mit BAE Systems zwingt die EADS-Tochter Cassidian zu Sparmaßnahmen. So sollen in der Verwaltung 850 Arbeitsplätze wegfallen. In den kommenden Jahren sollen mindestens 400 Millionen Euro eingespart werden.

Nach dem geplatzten Fusionsdeal mit BAE Systems verkleinert der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS seine Rüstungssparte. Damit die Tochter Cassidian nun im internationalen Wettbewerb alleine bestehen kann, muss sie ihren Wasserkopf reduzieren und Verwaltungskosten senken. 15 Prozent der administrativen Stellen fallen weg, das sind 850 Arbeitsplätze.

Diese harten Einschnitte sollen dazu beitragen, in den beiden kommenden Jahren mindestens 400 Millionen Euro zu sparen. Cassidian arbeitet in einem seit einigen Jahren rauer werdenden Umfeld. Viele europäische Regierungen haben ihre Verteidigungsetats extrem reduziert. Die Schuldenkrise in einigen Ländern verschärft diesen Trend gegenwärtig noch. Die öffentlichen Aufträge gehen zurück.

Die Verteidigungs- und Sicherheitssparte Cassidian hat diesen Trend bereits vor Jahren erkannt und sich im außereuropäischen Ausland neue Absatzmärkte gesucht. Der Erfolg war aber eher dürftig. Der Aufbau von Repräsentanzen vor Ort verschlang viel Zeit und Geld. Außerdem hat EADS dort keinen Heimatbonus wie in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Vielmehr muss sie sich dem harten internationalen Wettbewerb stellen.

Der Versuch, sich durch eine Fusion mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE Systems einen schlagkräftigen Partner an die Seite zu holen, schlug jüngst fehl. EADS scheiterte vor allem an dem Veto ihrer staatlichen Großaktionäre Deutschland und Frankreich. Sie konnten sich nicht auf eine Machtverteilung im neuen Konzern einigen.

Kündigungen sollen vermieden werden

Der Cassidian-Vorstand setzt auf Altersteilzeit und freiwillige Kündigungen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 23.000 Mitarbeiter, darunter 6000 in der Verwaltung. Cassidian beurteilt dieses Verhältnis als "ungesund". Die Zahl der produktiven Arbeitsplätze müsse steigen, vor allem mit Blick auf künftige Kunden.

Zum Ausgleich des schwächelnden europäischen Geschäfts richtet Cassidian den Blick verstärkt auf neue und wachstumsstarke Märkte wie den Nahen Osten, Brasilien, Indien und die USA. Dort aber sind die Bedingungen anders als in Europa. "Kunden aus diesen Regionen erwarten fertige Produkte, die genau ihren Bedürfnissen entsprechen", erklärte ein Cassidian-Sprecher die neuen Anforderungen.

Im Markt kamen die Sparpläne gut an. "Cassidian musste nach der geplatzten Fusion die Kosten senken", sagte ein Analyst einer deutschen Bank. Er wartet nun gespannt auf weitere Details des Konzeptes, die EADS möglicherweise während ihres Investorentags am Montag und Dienstag in London nennt.

Quelle: n-tv.de

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