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Noch nicht am Ende: Cevian mischt ThyssenKrupp auf

Der schwedische Finanzinvestor Cevian spielt bei der Kapitalerhöhung von ThyssenKrupp stark auf und baut seinen Anteil am Dax-Konzern deutlich aus. Im Gegenzug wird das Paket des "Ankerinvestors" Krupp-Stiftung kleiner. Und Cevlan will noch mehr.

Der Finanzinvestor Cevian hat die Kapitalerhöhung des Dax-Konzerns ThyssenKrupp zum Ausbau seines Einflusses bei dem Stahl- und Technologieriesen massiv genutzt. Cevian hält nach eigenen Angaben nun fast 11 Prozent der Anteile; zuletzt hatten die Schweden 6,1 Prozent gemeldet. Das Aktienpaket hat einen Wert von fast einer Milliarde Euro.

Damit steigen die Chancen für den Investor, auch einen Vertreter in den Aufsichtsrat senden zu können. Darauf legt der Investor Wert - auf diese Weise versucht Cevian regelmäßig, Einfluss auf die Strategie zu nehmen. "Cevian schließt nicht aus, seinen Anteil weiter zu erhöhen", sagte eine Sprecherin. 

"Ankerinvestor" der Kapitalerhöhung

ThyssenKrupp hatte mit einer Kapitalerhöhung um zehn Prozent 882 Millionen Euro eingenommen. Wenn Cevian nicht schon vorher heimlich am Markt zugekauft hatte, hätte der Investor rechnerisch fast die Hälfte der neuen Aktien gezeichnet. Ein Banker hatte Cevian als "Ankerinvestor" der Kapitalerhöhung bezeichnet. Die Krupp-Stiftung hatte dagegen nicht mitgezogen und ihre einstige Sperrminorität auf 23 Prozent verwässern lassen. Damit hätte sie nur noch Anrecht auf zwei statt auf drei Aufsichtsratsposten.

Die Stiftung hatte 2006 ihre Beteiligung am größten deutschen Stahlkonzern auf mehr als 25 Prozent ausgebaut. Doch im Juli war Stiftungschef Berthold Beitz gestorben, der jahrzehntelang die Geschicke des Unternehmens überwacht hat. Die gemeinnützige Stiftung sieht sich dem Erhalt des Konzerns verpflichtet. Sie nahm 1968 nach dem Tod des Firmenpatriarchen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach ihre Arbeit auf, nachdem dessen gesamtes Vermögen auf sie übergegangen war.

Quelle: n-tv.de

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