Wirtschaft
In der Dieselaffäre gab es zwischen Wissmann und den Autobossen Unstimmigkeiten.
In der Dieselaffäre gab es zwischen Wissmann und den Autobossen Unstimmigkeiten.(Foto: dpa)
Donnerstag, 31. August 2017

Machtwechsel beim VDA?: Chef-Lobbyist Wissmanns Stuhl wackelt

Nach über zehn Jahren kündigt sich ein Führungswechsel an der Spitze des Verbandes der Automobilindustrie an - offenbar auf Betreiben der Autobosse. Unter der Regie von Daimler-Boss Zetsche soll ein Nachfolger für Matthias Wissmann gefunden werden.

Der Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, steht einem Medienbericht zufolge nach über zehn Jahren an der Spitze des Verbandes der Automobilindustrie vor der Ablösung. Der Wechsel solle nach der Bundestagswahl erfolgen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Industriekreise.

Die Suche nach einer neuen Verbandsspitze koordiniere Daimler-Chef Dieter Zetsche, auch Headhunter sollen beteiligt sein. Nach der Bundestagswahl und der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt (16. bis 24. September) wollen die Führungen von Daimler, BMW und VW einen personellen und inhaltlichen Neuanfang für die weitere Debatte über Verbrennungsmotoren und mögliche Fahrverbote.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere lehnte in einem Interview der "Heilbronner Stimme" generelle Fahrverbote ab - trotz des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte. Der gute Ruf Deutschlands dürfe nicht gefährdet werden, ergänzte der CDU-Politiker: "Made in Germany ist ein Markenname und darf nicht verbunden werden mit Betrug und Täuschung."

In der Diesel-Affäre war es zu internen und teils in der Öffentlichkeit ausgetragenen Differenzen zwischen der VDA-Spitze und nicht zuletzt auch mit Daimler-Boss Zetsche gekommen. Im Zusammenhang mit den Kartellvorwürfen gegen die deutschen Autobauer hatte Lobbyist Wissmann einen Kulturwandel in der Branche sowie eine "Null-Fehler-Toleranz" gefordert, woraufhin Zetsche erklärt hatte, er sei "überrascht über diese Stellungnahme."

Wissmann steht seit 2007 an der Spitze des VDA. Der Vertrag des früheren CDU-Ministers und Ex-Parlamentariers war erst im November 2016 um zwei weitere Jahre verlängert worden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen