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Bei der Havarie der "Costa Concordia" starben 32 Menschen.
Bei der Havarie der "Costa Concordia" starben 32 Menschen.(Foto: dpa)

Angeschlagenes Image nach "Costa Concordia"-Havarie : Chef des Kreuzfahrtanbieters Carnival tritt ab

Das Schiffsunglück vor der Insel Giglio ist nur ein Beispiel: Der weltgrößte Kreuzfahrtveranstalter Carnival kämpft um seinen Ruf. Der Grund sind mehrere Unfälle. Nun soll sich an der Spitze des Konzerns etwas ändern.

Nach einer Unfall-Serie mit dem Untergang der "Costa Concordia" als traurigem Höhepunkt nimmt der Chef des weltgrößten Kreuzfahrtveranstalters Carnival nach 34 Jahren seinen Hut. Micky Arison werde seinen Posten als Vorstandsvorsitzender am 3. Juli an das langjährige Board-Mitglied Arnold Donald übergeben, teilte das US-Unternehmen mit. Der 63-jährige Sohn des Firmengründers Ted Arison bleibe aber Verwaltungsratsvorsitzender.

34 Jahre lang war der Besitzer der Basketballmannschaft Miami Heat, Micky Arison, der Vorstandsvorsitzende des Kreuzfahrtanbieter Carnival.
34 Jahre lang war der Besitzer der Basketballmannschaft Miami Heat, Micky Arison, der Vorstandsvorsitzende des Kreuzfahrtanbieter Carnival.(Foto: REUTERS)

Eine der Hauptaufgaben des neuen Chefs dürfte es sein, den Ruf des Unternehmens wieder aufzupolieren. Nach mehreren Unglücken muss Carnival um Gäste buhlen. Die Buchungen für das restliche Jahr 2013 lägen unter denen des Vorjahres, erklärte die Muttergesellschaft von Reedereien wie Aida, Costa und Cunard.

Zwar konnte Carnival dank gesunkener Treibstoffpreise den Gewinn im zweiten Geschäftsquartal auf 41 Millionen Dollar fast verdreifachen. Der Umsatz sank aber um zwei Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar und auch die Buchungen und Preise für den Rest des Jahres sind rückläufig. Das Unternehmen versucht, mit günstigen Preisen Gäste anzulocken.

Carnivals Image ist angeschlagen

Carnival ist mit 102 Schiffen der Marktführer bei Kreuzfahrten. Das Image des Unternehmens ist jedoch beschädigt. Grund dafür ist etwa die verheerende Havarie der "Costa Concordia" der italienischen Tochterfirma Costa Crociere 2012. Das Schiff hatte am Abend des 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt. 32 Menschen kamen ums Leben, darunter zwölf Deutsche.

Der Kapitän des Schiffes, Francesco Schettino muss sich wegen des Unglücks ab dem 9. Juli vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, das Schiff zu nah an die Küste gesteuert zu haben. Außerdem soll er es verlassen haben, bevor die Evakuierung abgeschlossen war.

Später gab es zudem einen Brand im Maschinenraum der "Carnival Triumph", Probleme mit dem Antrieb auf der "Carnival Legend" und einen Ausfall eines Stromgenerators auf der "Carnival Dream".

Quelle: n-tv.de

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