Wirtschaft
Dunkle Wolken über Athen: Laut IWF braucht das Schulden-Land weitere Erleichterungen.
Dunkle Wolken über Athen: Laut IWF braucht das Schulden-Land weitere Erleichterungen.(Foto: dpa)

IWF widerspricht Schäuble: Chefvolkswirt will Athen Schulden erlassen

Wie kommt das hochverschuldete Griechenland wieder auf die Beine? Die Bundesregierung setzt vor allem auf Haushaltsdisziplin, doch Berlin schallt Widerspruch aus Washington entgegen: IWF-Chefökonom Obstfeld hält einen Schuldenerlass für unerlässlich.

IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld fordert von den Euro-Partnern weitere Hilfen für Griechenland. Aus den harten Reformauflagen soll das Krisenland aber nicht entlassen werden. "Einsparungen und Strukturreformen bleiben aber genauso unerlässlich wie ein Schuldenerlass", sagte er dem "Handelsblatt".

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Auch wenn es politisch schwierig sei, werde Griechenland wegen der hohen Rentenkosten nicht um eine Rentenreform herumkommen. "Kurzfristig kann es wegen der Flüchtlingskrise sicher etwas Flexibilität bei den Haushaltszielen geben", machte Obstfeld dem Land Hoffnungen auf kurzzeitige Lockerungen bei den Auflagen, die die Geldgeber im Gegenzug für Finanzhilfen gestellt hatten.

Schäuble: Entlastungen sind unnötig

Mit seiner Position befindet sich Obstfeld im Widerspruch zu Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Der Minister hatte kürzlich erklärt, wenn das Land weitere Einschnitte bei den Renten politisch nicht durchsetzen könne, müsse nach Ersatzmaßnahmen gesucht werden, um die Einsparziele zu erreichen.

Einen Erlass von Schulden, die sich auf knapp 180 Prozent der griechischen Wirtschaftsleistung belaufen, lehnt Schäuble ab. Auch Entlastungen bei den Zinsen und Tilgungen hält er derzeit für nicht  vordringlich. Schäuble zufolge ist Griechenland von seinen Euro-Partnern momentan ohnehin weitgehend von Schulden und Tilgungen auf Hilfskredite befreit, so dass das Land daher nicht so stark unter Druck stehe.

In den nächsten Tagen dürfte die laufende Überprüfung der griechischen Reformfortschritte durch die Europäische Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationaler Währungsfonds (IWF) fortgesetzt werden. Von einem positiven Befund hängen weitere Milliardenzahlungen aus dem aktuellen Griechenland-Hilfsprogramm ab. Von Schuldenentlastungen durch die Euro-Partner macht der IWF dann abhängig, ob er sich selbst auch an dem Hilfsprogramm finanziell beteiligt.

Quelle: n-tv.de

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