Wirtschaft
Chinas Wirtschaft im Hochgeschwindigkeitswahn: Experten hoffen, dass sie in die Rolle der Konjunkturlokomitve schlüpft.
Chinas Wirtschaft im Hochgeschwindigkeitswahn: Experten hoffen, dass sie in die Rolle der Konjunkturlokomitve schlüpft.(Foto: picture alliance / dpa)

Export wächst um ein Viertel: China als Wachstumslokomotive

Durch einen Kalendereffekt leicht verzerrt, aber dennoch unerwartet kräftig, legen die chinesischen Ausfuhren zu Jahresbeginn zu. Ein Plus von 25 Prozent stellt den stärksten Zuwachs seit April 2011 dar. Experten setzen deshalb darauf, dass Chinas Wachstum auch auf die anderen Volkswirtschaften abfärbt.

Chinas Exportmotor läuft trotz der flauen Weltkonjunktur auf vollen Touren. Im Januar stiegen die Ausfuhren um 25,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Zollbehörde mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit April 2011. Das Wachstum übertraf die Erwartungen zudem deutlich: Nach einem Exportzuwachs um 14,1 Prozent im Dezember hatten Volkswirte für Januar nur mit einem Plus von 17,7 Prozent gerechnet. Allerdings sind die Daten durch einen Kalendereffekt verzerrt: Wegen der Lage des chinesischen Neujahrfestes gab es in diesem Januar fünf Arbeitstage mehr als im Vorjahr.

Die Importe sprangen sogar um 28,8 Prozent in die Höhe, nachdem es im Dezember nur einen Zuwachs um 6,0 Prozent gegeben hatte. Volkswirte hatten im Mittel nur ein Importwachstum von 21,4 Prozent erwartet. "Diese Zahlen sind stärker als erwartet", sagte die Societe-Generale-Ökonomin Yao Wei gleichwohl. "Sowohl die Auslands- als auch die Inlandsnachfrage sehen solide aus."

Der Überschuss in der Handelsbilanz schrumpfte im Januar leicht auf 29,2 Mrd. Dollar von 31,6 Mrd. Dollar im Dezember. Die Konsensprognose von Ökonomen hatte auf einen Aktivsaldo von 26,6 Mrd. Dollar gelautet.

Die Weltwirtschaft setzt auf China

Nach Berechnungen des Zollamtes, die den Effekt der fünf zusätzlichen Arbeitstage herausrechnen, sind die Exporte im Januar lediglich um 12,4 Prozent gestiegen und die Importe nur um 3,4 Prozent. Vor Feiertagen legen die chinesischen Exportfirmen viele Überstunden ein, um die Auslieferungen zu beschleunigen, was die Saisonbereinigung der Daten schwierig macht. Einige Volkswirte sagten jedoch, selbst nach der Saisonbereinigung machten die Zahlen einen guten Eindruck.

"Ungeachtet der Vorzieheffekte wegen des Neujahrfestes sind die Zahlen relativ stark", meinte ANZ-Ökonom Liu Ligang. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet der Fachmann mit einem Exportwachstum von 8 bis 9 Prozent, die Importe sollten um 10 Prozent zulegen.

Angesichts der langsamen Erholung der Weltwirtschaft von der großen Krise hoffen viele Experten, dass China die Rolle der globalen Wachstumslokomotive übernimmt und die anderen Ländern aus dem Tal zieht. Zuletzt hatte sich das Wirtschaftswachstum in China wieder beschleunigt. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Quelle: n-tv.de

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