Wirtschaft
Chinas Solarhersteller machen Front gegen Strafzölle der EU.
Chinas Solarhersteller machen Front gegen Strafzölle der EU.(Foto: dpa)

Gegen Chemie-Importe aus der EU: China eröffnet Anti-Dumping-Verfahren

Brüssel pocht im Streit um billige Solarprodukte auf Strafzölle gegen China. Peking ermittelt seinerseits wegen Dumping bei Chemie-Importen aus der EU. Jetzt werfen sich alle gegenseitig Dumping vor. EU-Kommissar Oettinger warnt sogar vor einem Handelskrieg.

Der Handelsstreit zwischen China und der Europäischen Union spitzt sich weiter zu. Mitten in der Diskussion um mögliche Strafzölle auf billige Solarimporte aus China kündigte das chinesische Handelsministerium ein Anti-Dumping-Verfahren gegen spezielle Chemie-Importe aus der EU und den USA an. Die Einfuhr des Lösungsmittels Tetrachlorethen werde untersucht, schrieb die Behörde in einer knappen Mitteilung auf ihrer Internetseite. Zwei chinesische Chemiefirmen hätten bereits Ende April einen Antrag auf ein Verfahren gegen die Chemieimporte gestellt, berichtete die Nachrichtenagentur China News Service.

Die EU will Solar-Billigimporten aus China einen Riegel vorschieben und die Einfuhr von Solarmodulen dem Vernehmen nach mit einem durchschnittlichen Zollsatz von 47 Prozent belegen. Die EU-Kommission will bis Mittwoch entscheiden, ob sie vorläufige Strafzölle verhängt. Dafür sprechen sich Teile der europäischen Solarindustrie aus. Diese Firmen werfen den Chinesen vor, ihre Produkte unter Marktwert zu verkaufen und so die Europäer zu übervorteilen. Eine Allianz europäischer Unternehmen brachte den Fall in Brüssel ins Rollen. Handelskommissar Karel de Gucht argumentiert, die Kommission vertrete die gesamteuropäischen Interessen.

Deutschland ist gegen die Strafzölle; auch unter den übrigen EU-Mitgliedsstaaten regt sich Protest gegen die Maßnahmen gegen China. "Es fehlt auf längerer Sicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit", sagte EU-Kommissar Günther Oettinger "Focus Online". Er warnt derweil sogar vor einem Handelskrieg mit China. Dieser würde die erneuerbaren Energien in Europa verteuern und die guten Handelsbeziehungen mit China gefährden

Auch in der europäischen Solar-Branche sind die Anti-Dumping-Zölle auf chinesische Solarimporte umstritten: Solaranlagen könnten sich massiv verteuern. Zudem fürchtet Europa weitere Vergeltungsmaßnahmen. China hatte seinerseits kürzlich eine Anti-Dumping-Untersuchung zu Importen von Stahlrohren aus Europa eröffnet. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Außenhandelsverband BGA warnten bereits vor einer Eskalation im Handelsstreit mit China.

Quelle: n-tv.de

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