Wirtschaft
Angela Merkel besuchte kürzlich VW in Chengdu.
Angela Merkel besuchte kürzlich VW in Chengdu.(Foto: REUTERS)

Zehn-Millionen-Ziel greifbar: China hält VW auf Kurs

Die Volksrepublik China ist der wichtigste Absatzmarkt von Volkswagen. Die Wolfsburger verbuchten im ersten Halbjahr einen rasanten Absatzanstieg. Dagegen verhageln Fehler der Vergangenheit noch immer die Bilanz in Nordamerika

Für Europas größten Autohersteller Volkswagen bleibt die Welt zweigeteilt: Während die Fahrzeuge der Wolfsburger auf dem größten Pkw-Markt China in der ersten Jahreshälfte heiß begehrt waren und der Konzern auch in Europa mehr Autos verkaufte, schrumpften die Auslieferungen in den USA und Südamerika teils massiv. Bis Ende Juni rollten - ohne die beiden Lkw-Töchter MAN und Scania - rund um den Globus knapp fünf Millionen Wagen zu den Kunden, plus sechs Prozent. Behält Volkswagen dieses Wachstum bei, rückt das für dieses Jahr selbst gesteckte Ziel von mehr als zehn Millionen verkauften Wagen näher. Allein im Juni schlug Volkswagen weltweit 859.000 Fahrzeuge los - ein Plus vier Prozent.

Besonders hoch fiel der Zuwachs in China aus. An die Kundschaft gingen dort in den ersten sechs Monaten 1,8 Millionen Pkw - mehr als ein Drittel der weltweit ausgelieferten Wagen. Mit plus 17,5 Prozent war das Wachstum zudem in keinem anderen Land stärker. Die Hauptmarke VW-Pkw steigerte den Absatz in der Volksrepublik um 18,5 Prozent, Audi wuchs dort um 17,8 Prozent.

Baustelle Nordamerika

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Während die Ingolstädter Oberklasse-Tochter auch in den USA zulegen konnte, blieb Nordamerika für den Konzern insgesamt eine Baustelle. In der ersten Jahreshälfte sanken die Auslieferungen von Volkswagen auf dem weltweit zweitgrößten Pkw-Markt um fünf Prozent. Das liegt vor allem daran, dass sich der eigens für den US-Markt entwickelte Passat nicht mehr so gut verkauft und VW dort zudem bislang keinen großen Geländewagen oder Pick-up im Angebot hat. Beides aber sind Fahrzeugarten, die bei den Amerikanern sehr beliebt sind. Damit bekommen die Wolfsburger nach Meinung von Analysten Fehler der Vergangenheit in der Modellpolitik schmerzlich zu spüren.

Zweite Problemregion ist Südamerika, wo der Konzern in den ersten sechs Monaten gut ein Fünftel weniger Autos verkaufte als vor Jahresfrist. Allein in Brasilien, dem Land der Fußball-WM, sank der Absatz um 18 Prozent. In Westeuropa kletterte der Absatz dagegen um acht Prozent. Auf dem Heimatmarkt in Deutschland lieferte Volkswagen fünf Prozent mehr aus als vor einem Jahr.

Die zweigeteilte Absatzentwicklung dürfte für Volkswagen auch in den kommenden Monaten anhalten. Das wirtschaftliche Umfeld bleibe in einigen Weltmärkten weiter angespannt, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

In der vergangenen Woche hatte der Dax-Konzern beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in China angekündigt, Fabriken an der Ostküste in den Städten Qingdao in der Provinz Shandong und in Tianjin zu bauen. Die Wolfsburger und ihr chinesischer Partner FAW stecken gemeinsam zwei Milliarden Euro in die neuen Werke.

Quelle: n-tv.de

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