Wirtschaft

Milliarden von der Notenbank: China kurbelt Konjunktur an

Die Volksrepublik China nimmt kräftig Geld in die Hand, um die zuletzt lahmende Wirtschaft wieder in Schwung zu bekommen. Die Notenbank überweist umgerechnet mehr als 80 Milliarden an die fünf größten Banken des Landes. Das Geld soll in die Wirtschaft fließen.

Sitz der chinesischen Notenbank in Peking.
Sitz der chinesischen Notenbank in Peking.(Foto: picture alliance / dpa)

China will mit einer milliardenschweren Finanzspritze für den Bankensektor laut einem Medienbericht die Konjunktur stärker in Schwung bringen. Die Notenbank People's Bank of China werde den fünf größten Geldhäusern des Landes jeweils 100 Milliarden Yuan überweisen, berichtet das Nachrichtenportal "sina.com" und berief sich auf den Bankenexperten Qiu Guanhua von Guotai Junan Securities.

Die Gesamtsumme von 500 Milliarden Yuan (etwa 81 Milliarden US-Dollar) fließe in Form von dreimonatigen Niedrigzinskrediten an die Institute, wie auch das "Wall Street Journal" berichtet. Die Notenbank selbst wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die gezielte Finanzierung sei nicht explizit an Bedingungen geknüpft, hieß es in den Berichten. Die Zentralbank dürfte demnach aber den großen chinesischen Banken empfehlen, die Kredite in die Wirtschaftsbereiche zu schleusen, die die Regierung für wichtig hält. Dazu gehörten unter anderem der soziale Wohnungsbau sowie private und kleine Unternehmen.

Zuletzt gab es verstärkt Hinweise, die auf ein Abflauen der Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hindeuten. Unter anderem waren Daten zur Industrieproduktion im August unerwartet schwach ausgefallen. Der Zuwachs um 6,9 Prozent im Jahresvergleich lag so niedrig wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Nach Einschätzung des Experten Ting Lu von der Bank of America-Merrill Lynch macht der Bericht über die Milliardenhilfe für Banken eines deutlich: Die Regierung unter Ministerpräsident Li Keqiang mache derzeit alles was in ihrer Macht steht, um die Wirtschaft des Landes zu stützen.

Wachstum wohl wie erwartet

Es gibt aber auch Experten, die in der Geldspritze keine Stimulierung für die flaue Konjunktur in China sehen. So erkannte die China-Chefvolkswirtin von Barclays, Chang Jian, in der Maßnahme nur eine "normale Operation der Notenbank zur Bereitstellung von Liquidität". In China stehen Anfang Oktober landesweite Feiertage auf dem Programm und die Banken brauchen für die Überbrückung der Ferien mehr Geld von der Notenbank.

Das Wachstum in China hat sich nach Jahren zweistelliger Zuwachsraten verlangsamt und erreichte im zweiten Quartal ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das entspricht gleichwohl dem Ziel der Regierung.

Quelle: n-tv.de

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