Wirtschaft
Seit Mitte Juni sind die chinesischen Märkte um mehr als 40 Prozent abgestürzt.
Seit Mitte Juni sind die chinesischen Märkte um mehr als 40 Prozent abgestürzt.(Foto: REUTERS)

Käufe gegen Börsen-Absturz: China soll Billionen Yuan für Aktien ausgeben

Stürmische Wochen hat der chinesische Aktienmarkt hinter sich - und Peking tut eine ganze Menge, um die Börsen vor dem Ausverkauf zu retten. Für umgerechnet 211 Milliarden Euro sollen Aktien gekauft worden sein. Und neue Maßnahmen sind bereits unterwegs.

Das Stützen der heimischen Börsen lässt sich die chinesische Regierung einiges kosten: Rund 1,5 Billionen Yuan (etwa 211 Milliarden Euro) sollen vom Staat bereits in die Aktienmärkte gepumpt worden sein. Diese Zahl zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg aus einem Bericht der US-Investmentbank Goldman Sachs.

Alleine im August soll das sogenannte "Nationalteam" rund 600 Milliarden Yuan ausgegeben haben - das seien etwa neun Prozent des Wertes aller frei gehandelter Wertpapiere auf dem chinesischen Markt, heißt es in dem Goldman-Sachs-Report. Übertrieben seien zudem Sorgen von Investoren angesichts der Möglichkeit, dass der chinesische Staat die erworbenen Anteile wieder abstoße, heißt es weiter.

Steuervorteile für Langzeit-Aktionäre

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Grund für diese massiven Eingriffe sind die jüngsten Kurskapriolen der chinesischen Börsen. Nachdem der Leitindex in Shanghai seit vergangenem Sommer um über 150 Prozent gestiegen war, weil Anleger in großen Mengen auf Kredit Aktien kauften, folgte ab Mitte Juni ein Absturz um mehr als 40 Prozent.

Unterdessen wurden neue Maßnahmen bekannt, mit denen die chinesische Regierung die heimischen Märkte stabilisieren will. Wer Aktien künftig länger als ein Jahr hält, soll auf die Dividenden keine Steuern mehr zahlen müssen, kündigte das Finanzministerium auf seiner Website an. Anleger, die Aktien länger als einen Monat behalten, sollen demnach nur noch halb so viele Steuern zahlen wie bisher. Nur für Spekulanten, die Wertpapiere kürzer als einen Monat besitzen, soll der volle Steuersatz gelten.

Sicherheitsmechanismus soll Absturz verhindern

Neben Steueranreizen soll es an den Börsen in Shanghai und Shenzhen künftig auch einen neuen Sicherheitsmechanismus geben. Wenn die Kurse im Vergleich zum Schlusskurs des Vortages um mehr als fünf Prozent absacken oder steigen, soll der Handel für 30 Minuten ausgesetzt werden. Das kündigten die Börsenbetreiber des Landes zu Wochenbeginn an. Ein Minus oder Plus von mehr als sieben Prozent hätte demnach eine Handelspause bis zum Ende des Tages zur Folge.

Zuvor hatte Peking mit diversen Mitteln versucht, den Marktturbulenzen Herr zu werden: Nachdem das Aufkaufen von Aktien erfolglos blieb, wurden Sündenböcke ausgemacht, darunter ein Journalist und ein Beamter der Börsenaufsicht, die im Fernsehen gestehen mussten, für den Crash verantwortlich zu sein. Zuletzt legten die Börsen wieder zu: Der Leitindex in Shanghai stieg um fast drei Prozent.

Quelle: n-tv.de

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