Wirtschaft
Fed-Chef Bernanke: Die Geldpolitik der US-Notenbank bietet Diskussionsstoff rund um den Globus.
Fed-Chef Bernanke: Die Geldpolitik der US-Notenbank bietet Diskussionsstoff rund um den Globus.(Foto: REUTERS)

Geldpolitik sorgt für "Instabilität": China und Russland zählen USA an

China und Russland halten einen großen Teil ihrer Devisenreserven in Dollar. Mit Argusaugen blicken sie deshalb auf die Geldpolitik der US-Notenbank und hören genau hin, wenn Fed-Chef Bernanke sich äußert. Nicht alles gefällt dabei.

Video

China und Russland machen sich Sorgen um die Folgen eines Ausstiegs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) aus ihrer ultralockeren Geldpolitik für die Weltwirtschaft. Der chinesische Finanzminister Lou Jiwei sagte, sein Land unterstütze die Pläne der USA für ein Ende des Anleihenkaufprogamms, sobald es die Umstände zuließen. "Früher oder später" werde das der Fall sein.

Zum genauen Zeitpunkt wolle sich China nicht positionieren. Es sei aber wichtig zu bedenken, dass die Geldpolitik der USA nicht nur Auswirkungen auf die eigene Volkswirtschaft, sondern auch auf die gesamte Geldpolitik habe, fügte der Finanzminister hinzu. Für Schwellen- und Entwicklungsländer könnte der Schritt zu Volatilität führen.

"Keinen Anlass für Instabilität geben"

Ins gleiche Horn stieß der russische Finanzminister Anton Siluanow. "Ich denke, alle sind gegen plötzliche Veränderungen in der Währungs- und Geldpolitik", sagte er. Das Anziehen der geldpolitischen Zügel sollte klar vorhersehbar und kontinuierlich geschehen. "Wir (die G20-Staaten) sollten keine Anlässe für Instabilität geben."

Besonders die Geldpolitik in solchen Staaten, deren Währung von anderen Ländern als maßgebliche Devisenreserve genutzt wird, sollte berechenbar sein. China und Russland halten einen großen Teil ihrer Devisenreserven in Dollar.

Kritische Stimmen

Seit Fed-Chef Ben Bernanke Mitte Juni einen Fahrplan zur Rückführung der milliardenschweren Fed-Anleihenkäufe vorgestellt hat, spekulieren Investoren über den frühstmöglichen Termin. Viele hatten sich darauf eingestellt, dass dem Markt schon ab Herbst Liquidität entzogen werden könnte. Am Mittwochabend hatte Bernanke nun klargemacht: So schnell wird das Tempo der Notenpresse nicht gedrosselt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vor einer Woche auf niedrige Zinsen "für einen längeren Zeitraum" eingestimmt. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen: Vor allem Bundesbankpräsident Jens Weidmann steht einer anhaltenden Niedrigzins- und Billiggeldpolitik skeptisch gegenüber: "Auch wenn sie derzeit geldpolitisch begründet sind, dürfen wir davor nicht die Augen verschließen: Sie verführen zum Beispiel dazu, Reformen und den notwendigen Strukturwandel, aufzuschieben. Finanzstabilitätsrisiken können sich aufbauen. Diese Nebenwirkungen nehmen mit der Dauer der Niedrigzinsphase zu", sagte Weidmann jüngst.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen