Wirtschaft

Deutlich schwächeres Wachstum: Chinas Industrie schwächelt

Die chinesische Industrie verzeichnet im August nur ein geringes Wachstum. Das geht aus einer HSBC-Erhebung hervor. Allerdings widmet sich die Großbank vor allem den kleineren Privatunternehmen.

Blick in das BMW-Werk in Shenyang in Nordostchina.
Blick in das BMW-Werk in Shenyang in Nordostchina.(Foto: picture alliance / dpa)

Die chinesische Industrie ist im August so schwach gewachsen wie seit drei Monaten nicht mehr. Der von HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist nach vorläufigen Daten auf 50,3 Punkte abgerutscht, nachdem er im Juli nach endgültigen Daten bei 51,7 Punkten ein 18-Monats-Hoch erreicht hatte. Der offizielle Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes des Nationalen Statistikbüros lag im Vormonat ebenfalls bei 51,7 Punkten.

Indexstände über 50 deuten auf eine Expansion der Wirtschaft hin, unter 50 Punkte zeigen sie ein Schrumpfen. Der von HSBC ermittelte Index spiegelt eher die Lage der kleineren Privatunternehmen wider, während der offizielle Maßstab sich auf die größeren Staatskonzerne konzentriert.

"Die Daten zeigen, dass die Wirtschaftserholung weitergeht, doch der Schwung hat sich abgeschwächt", sagte Qu Hongbin, Volkswirt bei der HSBC. Infolgedessen dürften die Industrienachfrage und die Investitionsaktivitäten wahrscheinlich eher gedämpft bleiben. Der Subindex, der die Neubestellungen und die Exportorder reflektiert, hat laut HSBC im August langsamer zugelegt als im Juli. Der Unterindex für die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe war weiter rückläufig.

Staat hilft gezielt Branchen

Die chinesische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 7,5 Prozent und damit etwas stärker als mit 7,4 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres. Allerdings lag das Wachstum damit deutlich unter den 7,7 Prozent im Schlussquartal vergangenen Jahres.

China braucht nach den Worten von Ministerpräsident Li Keqiang ein Plus von mindestens 7,2 Prozent beim BIP für einen stabilen Arbeitsmarkt. So könnten im Jahr Millionen Arbeitsplätze geschaffen und die Arbeitslosenquote in den Großstädten auf etwa 4 Prozent begrenzt werden.

Chinas Führung hat sich mit massiven Anreizmaßnahmen, wie sie während der globalen Finanzkrise genutzt wurden, bisher zurückgehalten. Stattdessen setzten die Politiker auf gezielte Maßnahmen zur Unterstützung einzelner Branchen.

Quelle: n-tv.de

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