Wirtschaft
Die schwache Entwicklung der Wirtschaft dürfte den Druck auf die Politik erhöhen, weitere Schritte zu ergreifen, um die Konjunktur anzukurbeln.
Die schwache Entwicklung der Wirtschaft dürfte den Druck auf die Politik erhöhen, weitere Schritte zu ergreifen, um die Konjunktur anzukurbeln.(Foto: imago stock&people)

Notenbank: keine Yuan-Abwertung: Chinas Industrie so schwach wie zur Krise

Die bösen Vorzeichen für Chinas Wirtschaft häufen sich. In den ersten Monaten des Jahres enttäuschte die Industrieproduktion mit einem vergleichsweise schwachem Wachstum. Zuletzt fiel das Plus während der Finanzkrise 2008 so niedrig aus.

In China mehren sich die Anzeichen für eine stärkere Abkühlung der Volkswirtschaft. Die chinesische Industrie steigerte ihre Ausfuhr zu Jahresbeginn in so geringem Umfang wie zuletzt im November 2008 - dem Höhepunkt der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise -, wie das Statistikamt bekanntgab. Die Industrieproduktion habe im Januar und Februar lediglich um 5,4 Prozent zugelegt. Im Dezember war noch ein Plus von 5,9 Prozent verzeichnet worden. Ökonomen hatten für die ersten zwei Monate des Jahres damit gerechnet, dass die Produktion um 5,6 Prozent anzieht.

Die schwache Entwicklung dürfte den Druck auf die Politik erhöhen, weitere Schritte zu ergreifen, um die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA anzukurbeln. Zumal auch die Einzelhandelsumsätze im Januar und Februar unter den Erwartungen ausfielen. Sie stiegen um 10,2 Prozent, während Aufschläge von 10,8 Prozent prognostiziert wurden. Positive Signale kamen lediglich von den Anlageinvestitionen, also Investitionen etwa in technische Anlagen, Maschinen und Fahrzeuge. Sie legten im Januar und Februar um 10,2 Prozent zu. Experten hatten nur mit 9,5 Prozent gerechnet.

Um zu starke Schwankungen im Zusammenhang mit dem Neujahrsfest zu vermeiden, fasst die Regierung in Peking die Wachstumszahlen für die ersten beiden Jahresmonate stets zusammen. Der Zeitpunkt, zu dem der wichtigste chinesische Feiertag begangen wird, variiert stets etwas. Häufig schließen Fabriken dann mehrere Tage. Im gesamten vergangenen Jahr war die chinesische Wirtschaft um 6,9 Prozent gewachsen und damit so langsam wie in 25 Jahren nicht.

Zentralbankchef zerstreut Sorgen vor weiterer Yuan-Abwertung

Unterdessen hat Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan Sorgen vor einer weiteren Abwertung der chinesischen Währung zerstreut. Der Yuan befinde sich nach einer Phase von Schwankungen wieder auf einem "normalen und angemessenen" Niveau, sagte er auf einer Pressekonferenz am Rande der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses in Peking. "Dieser Trend wird sich fortsetzen."

Wegen der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung in China hatten zuletzt viele Investoren auf einen sinkenden Yuan spekuliert. Seit vergangenem Jahr war die Währung gegenüber dem US-Dollar um mehr als fünf Prozent gefallen, hatte sich aber in den vergangenen Wochen wieder etwas erholt.

Um den Abwärtstrend zu stoppen, interveniert Peking seit Monaten mit Milliardensummen aus den gewaltigen Devisenreserven des Landes. Allein in den vergangenen drei Monaten schmolzen sie um rund 236 Milliarden Dollar (212 Milliarden Euro) auf nun noch 3,2 Billionen Dollar - den niedrigsten Stand seit 2011. Der Notenbankchef betonte erneut, dass China trotz eines schwachen Außenhandels keine Abwertung des Yuan anstrebe, um so die Exporte des Landes anzutreiben.

Quelle: n-tv.de

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