Donnerstag, 24. September 2009
Kein Solar-Dumping in Fernost: China weist Vorwürfe zurück
Der Chef des größten chinesischen Solarkonzerns Suntech, Shi Zhengrong, weist Dumpingvorwürfe seiner deutschen Konkurrenten zurück. Die deutschen Unternehmer hätten in guten Jahren nicht genug an ihrer Effizienz gearbeitet. Der Bundesverband Solarwirtschaft will wegen des Verdachts wettbewerbswidrigen Verhaltens rechtliche Schritte bei der EU einleiten.
Statt sich zu beschweren, können die Deutschen ihre Produktion ja selbst nach Asien verlegen, Shi Zhengrong.
(Foto: REUTERS)
"Wir haben eine Gewinnmarge von fast 20 Prozent - wie soll das mit Dumping gehen?", sagte der 46-Jährige der "Financial Times Deutschland" (FTD): "Viele deutsche Solarfirmen sind einfach nicht mehr wettbewerbsfähig."
Am Dienstag hatte der Bundesverband Solarwirtschaft angekündigt, er prüfe rechtliche Schritte bei der Europäischen Union gegen die chinesische Konkurrenz, Grund sei der Verdacht wettbewerbswidrigen Verhaltens. Hersteller aus China nehmen der "FTD" zufolge mit sehr günstigen Modulen den deutschen Rivalen immer mehr Geschäft ab - das Land verdoppelte seinen weltweiten Marktanteil dem Bericht zufolge binnen zwei Jahren auf mehr als 30 Prozent. "Wir konkurrieren mit Herstellern, die kaum Umweltstandards einhalten müssen und versteckte Subventionen bekommen", sagte der "FTD" zufolge der Chef des Bitterfelder Konzerns Q-Cells, Anton Milner. So stelle die Bank of China heimischen Solarfirmen äußerst günstige Kredite zur Verfügung.
Chi: Die Subventionen in China sind nicht besser und die Umweltstandards nicht zu lax ...
(Foto: REUTERS)
Shi wies dies zurück und sagte der "FTD": "Wir zahlen den Banken die ganz normalen Marktzinsen: sechs Prozent und mehr." Auch Suntech habe wegen Finanzierungsproblemen in der Krise Projekte aufschieben müssen. Natürlich gebe es in China staatliche Förderung für Betreiber und Hersteller von Solaranlagen. Aber: "Wie viele Subventionen haben denn deutsche Hersteller bekommen?" Statt sich zu beschweren, hätten die Deutschen selbst ihre Produktion nach Asien verlegen sollen, sagte Shi. Zugleich wies Shi den Vorwurf zurück, Chinas Solarbranche profitiere von laxen Umweltschutzsstandards in der Volksrepublik: "Unsere Umweltgesetze sind gerade noch einmal verschärft worden." Wer sich daran nicht halte, dessen Fabrik werde dichtgemacht.
Auch der Vorstandschef der ebenfalls chinesischen Yingli Solar, Miao Liansheng, wies Dumpingvorwürfe zurück. "Wir dumpen nicht", sagte er dem "Handelsblatt". Als an der Wall Street notiertes Unternehmen müse Yingli auf seine finanziellen Kennzahlen achten, sagte er.
AFP
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