Wirtschaft
Peugeot und Dongfeng prduzieren im chinesischen Wuhan gemeinsam Autos.
Peugeot und Dongfeng prduzieren im chinesischen Wuhan gemeinsam Autos.(Foto: REUTERS)

Frankreich erwägt Einstieg: Chinesen sollen Peugeot retten

Um flüssig zu bleiben, bereitet Peugeot Citroen offenbar eine milliardenschwere Kapitalerhöhung vor. Die eine Hälfte soll der französische Staat tragen. Für die andere interessieren sich Chinesen, die damit großen Einfluss gewinnen würden.

Die französische Regierung und der chinesische Staatskonzern Dongfeng Motor stehen offenbar vor einem Einstieg beim kriselnden Autobauer PSA Peugeot Citroen. Beide wollten jeweils 1,5 Milliarden Euro investieren und damit zwischen 20 und 30 Prozent an dem angeschlagenen Unternehmen übernehmen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters "mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen". Durch die Kapitalerhöhung von drei Milliarden Euro würde die Gründer-Familie Peugeot die Kontrollmehrheit verlieren. Derzeit ist sie an der 1810 gegründeten Firma mit 25,4 Prozent beteiligt und hält 38,1 Prozent der Stimmrechte.

Dem Renault-Rivalen mangelt es angesichts des massiven Nachfrage-Einbruchs an liquiden Mitteln. Vergangenes Jahr hatte das Unternehmen fünf Milliarden Euro Verlust eingefahren und wird bereits mit Staatshilfen im Umfang von sieben Milliarden Euro gestützt. Peugeot muss dringend Kosten einsparen, kommt allerdings nur schwerlich voran. Verteilt über zwei Jahre sollen 11.200 Stellen gestrichen werden. Im Juli hatte Peugeot-Chef Philippe Varin betont, der Konzern befinde sich auf einem guten Weg, seine Jahresziele zu erreichen.

Dem Bericht zufolge ist eine Delegation aus Firmen-Managern, französischen Regierungsvertretern und Bankern auf dem Weg nach China, um die Verhandlungen voranzutreiben. Eine Vereinbarung könne innerhalb von Wochen stehen, hieß es. Peugeot strebe an, noch in diesem Jahr eine Einigung zu erzielen. Damit einher solle der Ausbau des bereits bestehenden Gemeinschaftsunternehmens von Peugeot und Dongfeng in China, DPCA, erfolgen. Geplant sei, noch mehr Peugeot-Autos und -Technologie einzubringen, um neue Märkte zu erschließen.

Peugeot wollte sich nicht direkt äußern. Ein Firmensprecher sagte jüngst lediglich: "Peugeot bestätigt, neue Industrie- und Geschäftsprojekte mit verschiedenen Partnern zu prüfen wie auch die Finanzierung, die davon begleitet wird." Das französische Finanzministerium wollte keine Stellung nehmen. Dongfeng war zunächst nicht erreichbar. Die Peugeot-Familie hatte bereits ihre Bereitschaft signalisiert, die Kontrollmehrheit abzugeben.

Nicht nur die Gründerfamilie sondern auch der derzeit zweitgrößte Aktionär, die Opel-Mutter General Motors, könnten durch die Kapitalerhöhung an Einfluss verlieren. Seit der jüngsten Kapitalerhöhung im Umfang von einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr hält der US-Autohersteller sieben Prozent an den Franzosen. Dieser Anteil dürfte bei einer Kapital-Injektion von drei Milliarden Euro verwässert werden. Die Kapitalerhöhung würde bei 68 Prozent des derzeitigen Marktwertes von Peugeot, der sich auf knapp 4,4 Milliarden Euro beläuft, liegen. Wie die Allianz mit General Motors künftig aussieht, dürfte auch davon abhängen, wie stark sich die Franzosen an Dongfeng binden.

Quelle: n-tv.de

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