Wirtschaft
Chiquita will zukaufen und wird selbst zum Übernahmeobjekt.
Chiquita will zukaufen und wird selbst zum Übernahmeobjekt.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Durch die Orange gesprochen: Chiquitas Irland-Pläne werden torpediert

Chiquita will seinen irischen Konkurrenteb Fyffes schlucken und so die Bananenhändler-Rivalen Dole und Del Monte auf Abstand halten. Der Deal in Irland bringt aber auch Steuervorteile. Allerdings hat nun auch ein Orangensaft-Hersteller Übernahmedurst bekommen.

Der brasilianische Orangensaft-Hersteller Cutrale will mit einer feindlichen Übernahme den Zusammenschluss von Chiquita und einem irischen Konkurrenten zum weltweit größten Bananenhändler stoppen. Dazu legte das Unternehmen gemeinsam mit dem brasilianischen Firmenkonglomerat Safra eine Kaufofferte für Chiquita vor. Das Angebot kommt mehr als ungelegen. Denn eigentlich will sich der Bananenhändler mit seinem irischen Konkurrenten Fyffes mittels Aktientausch zusammenschließen.

Von Chiquita war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Fyffes wollte keinen Kommentar abgeben.

Chiquita hat schlechte Jahre hinter sich: Das weltbekannte Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stetig geschrumpft und musste Millionenverluste verdauen. Der neue Konzern Chiquita Fyffes komme auf einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar, teilten die Partner seinerzeit mit. Abgesetzt würden jährlich mehr als 160 Millionen Kisten Bananen. Die neue Gesellschaft würde damit an der Dole Food Co als größtem Bananenproduzent vorbeiziehen und auch Del Monte auf Abstand halten.

Steuersparmodell Irland

Ziel der geplanten Verschmelzung mit den Iren dürfte aber nicht zuletzt auch sein, Steuern zu sparen. In Irland kassiert der Fiskus viel weniger von Unternehmen. Deshalb schlucken US-Konzerne gerne irische Firmen und verlagern dann ihren Sitz dorthin. 

Cutrale und Safra bieten den Aktionären dicke Aufschläge auf die letzten Aktienkurse und wollen die Übernahme bis Jahresende in trockenen Tüchern haben. Investoren stehen nun vor der Wahl, ihre Anteile zu attraktiven Preisen zu verkaufen, oder sich hinter Chiquitas steueroptimierenden Fyffes-Deal zu stellen.  Die Chiquita-Titel sprangen an der Wall Street satte 30 Prozent auf den Angebotspreis von 13 Dollar, der einer Gesamtsumme von etwa 611 Millionen Dollar entsprechen würde. Fyffes-Titel sackten hingegen in Dublin um fast 15 Prozent ab.

Quelle: n-tv.de

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