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Citigroup-Gewinn klettert, hätte aber laut Analysten noch höher ausfallen müssen.
Citigroup-Gewinn klettert, hätte aber laut Analysten noch höher ausfallen müssen.(Foto: picture alliance / dpa)

Umbau kostet: Citigroup-Gewinnplus enttäuscht

Der Umbau der Citigroup ist in vollem Gang und die Kosten dafür schlagen sich in der Quartalsbilanz bereits nieder. Die US-Bank kann dennoch den Gewinn deutlich steigern, verfehlt aber die Analystenerwartungen. Das kommt bei den Anlegern nicht gut an.

Der umfassende Umbau mit seinen hohen Kosten und ein negativer Bilanzierungseffekt haben der Citigroup im 4. Quartal zu schaffen gemacht. Zwar konnte die Bank ihren Gewinn kräftig steigern, die Erwartungen der Analysten verfehlte sie dennoch deutlich. Die Einnahmen kletterten um 6 Prozent auf 18,2 Mrd. Dollar.

In Frankfurt verlor die Citigroup-Aktie 4,6 Prozent. Im vorbörslichen Handel in den USA gaben Citigroup-Papiere um etwa 3 Prozent nach.

Analysten enttäuscht

Im 4. Quartal verdiente die Citigroup noch 1,2 Mrd. Dollar, rund ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Belastet wurde das Nettoergebnis mit rund 1 Mrd. Dollar einerseits von Kosten für den vor gut einem Monat angekündigten Konzernumbau, andererseits musste die Bank den Wert der eigenen Schulden neu bewerten. Bereinigt um diese Sonderposten betrug das Ergebnis je Aktie 0,69 Dollar - deutlich weniger ist als von Analysten mit 0,96 Dollar erwartet.

Die Zahlen seien stark geprägt von außerordentlichen Abschreibungen, sagt ein Händler. Es sei also durchaus möglich, dass sich die Einschätzung des Zahlenwerkes noch ändern werde.

Sparprogramm belastet Gewinn

Erst Anfang Dezember hatte sich der neue Bankchef Michael Corbat mit einem Paukenschlag ins neue Amt eingeführt. Er hatte ein umfangreiches Sparprogramm vorgestellt, mit dem sich die Bank schlanker aufstellen will. Die Citigroup will sich aus einigen Ländern komplett zurückziehen oder zumindest das Geschäft deutlich zurückfahren. Im Zuge des Umbaus sollen mehr als 11.000 Stellen gestrichen werden, das entspricht gut 4 Prozent der Belegschaft. Corbat hatte Mitte Oktober 2011 das Ruder bei der Bank übernommen, nachdem Vikram Pandit überraschend zurückgetreten war.

Die Berichtssaison der US-Banken ist in vollem Gange. Am Mittwoch hatten bereits JP Morgan und Goldman Sachs, in der vergangenen Woche Wells Fargo prächtige Ergebnisse vorgelegt. Bank of America dagegen ist - belastet von einem Vergleich um jahrelangen Hypothekenstreik mit dem Immobilienfinanzierer Fannie Mae - im 4. Quartal nur knapp an einem Verlust vorbeigeschrammt.

Quelle: n-tv.de

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