Wirtschaft
Die Commerzbank kommt mit dem Altlasten-Abbau voran. Aber rund läuft längst nicht alles.
Die Commerzbank kommt mit dem Altlasten-Abbau voran. Aber rund läuft längst nicht alles.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschlands Geldhaus Nr. 2 legt Zahlen vor: Commerzbank darf auf Gewinn hoffen

Von Hannes Vogel

Der Bilanzmüll auf der hausinternen Resterampe schrumpft bei der Commerzbank schneller als gedacht: Unterm Strich dürfte 2013 ein Mini-Überschuss geblieben sein. Ist das schon die erhoffte Trendwende?

Die Commerzbank kann durchatmen: Das Jahr 2013 ist nach Einschätzung von Analysten besser gelaufen als erwartet. Unter dem Strich dürfte das teilverstaatlichte Institut für das vergangene Jahr einen kleinen Gewinn ausweisen: Mit 31 Millionen Euro rechnen Analysten im Schnitt. 2012 war noch ein Verlust von 34 Millionen Euro aufgelaufen, weil die Commerzbank neue Bilanzregeln anwenden musste. Die genauen Zahlen legt Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus am Donnerstag vor.

Für gute Stimmung am Markt sorgt vor allem, dass der Abbau des Kreditmülls der Vergangenheit bei der Commerzbank schneller vorangeht als geplant. Den hat das Geldhaus in eine hausinterne Restrukturierungseinheit mit dem klangvollen Namen Non Core Assets (NCA) abgeschoben. Schiffsfinanzierungen, Staatsanleihen und Immobilienkredite lagern auf der Bilanzmüllkippe. Insgesamt noch 113 Milliarden Euro sind ausfallgefährdet. Die Abfallbeseitigungsabteilung dürfte erneut einen Milliarden-Verlust ausweisen und das Ergebnis der ganzen Bank herunterziehen.

Doch das Altlasten-Portfolio hat die Bank binnen eines Jahres um fast 30 Milliarden Euro abgebaut. Ihr Ziel, den Bestand bis Ende 2013 auf unter 125 Milliarden Euro zu schrumpfen, hatte die Bank bereits im September erreicht. Bis 2016 soll der Wert des Portfolios auf deutlich unter 90 Milliarden Euro gesenkt werden, wenn die Bank wieder nachhaltig profitabel sein will.

Maxi-Boni trotz Mini-Gewinn

Das nährt die Hoffnung auf eine Trendwende, denn eigentlich hatte Commerzbank 2013 zu einem Übergangsjahr erklärt und für den Konzernumbau samt Sparprogramm eine Sonderbelastung von rund 500 Millionen Euro eingestellt. Den Großteil der Sonderbelastungen verbuchte die Bank bereits im ersten Quartal. Diesen Verlust dürfte sie im weiteren Jahresverlauf wettgemacht haben. Die hohen Risiken hatten Anleger lange Zeit von der Commerzbank ferngehalten. Doch mittlerweile haben sie wieder Vertrauen gefasst: Seit dem Tiefststand Anfang Juli 2013 hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt.

Doch auch wenn die Bank bei den Altlasten schneller vorankommt als gedacht: Ihr eigentliches operatives Geschäft läuft weiter mau. Der Nettogewinn im dritten Quartal sei durch Einmaleffekte entstanden, im vierten Quartal sei mit einem Verlust in der Kernbank von 49 Millionen Euro zu rechnen, schätzt die Credit Suisse. Die Commerzbank hat noch viel Aufholpotenzial: Vor Steuern dürften im Gesamtjahr gerade 688 Millionen Euro als operativer Gewinn hängen geblieben sein - 42 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei belasten unter anderem die niedrigen Zinsen.

Vielen Commerzbankern selbst geht es trotzdem weiter gut, wenn auch die Commerzbank noch nicht wieder ganz gesundet ist. Das könnte zu einiger Verstimmung führen: Nach Informationen des "Handelsblatts" will die Commerzbank trotz ihres erwarteten Mini-Gewinns für 2013 mehr als 300 Millionen Euro Boni an ihre Mitarbeiter ausschütten. Das wäre in etwa so viel wie im Vorjahr, als sich die variable Vergütung auf 317 Millionen Euro summierte.

Quelle: n-tv.de

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