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Mit der Commerzbank geht es wieder aufwärts.
Mit der Commerzbank geht es wieder aufwärts.(Foto: picture alliance / dpa)

"Der Umbau zahlt sich aus": Commerzbank macht Fortschritte

Die teilverstaatlichte Commerzbank will das Verlierer-Image aus der Finanzkrise abschütteln. Mit Werbespots zur besten Sendezeit, einer Anzeigenkampagne und aufpolierten Filialen will die zweitgrößte deutsche Bank nach vorne blicken. Erste Erfolge sind sichtbar.

Die Commerzbank sieht nach Jahren voller Rückschläge erste Erfolge beim Umbau des Privatkundengeschäfts. "2013 war ein echter Schritt nach vorne", sagte Privatkundenvorstand Martin Zielke. Die Bank sei gewachsen, habe die Wettbewerbssituation verbessert, und das operative Ergebnis sei besser als erwartet.

"Der Umbau und die vor zwei Jahren begonnene Neuausrichtung der Bank zahlen sich aus", sagte Zielke. Das Institut habe nach der Übernahme der Dresdner Bank 2008 und der Beschäftigung mit vielen internen Problemen ihre Vorreiterrolle verloren. "Diese haben wir jetzt wieder zurückerobert. Jetzt sind wir wieder in vielen Bereichen der Innovationsführer der Branche - etwa bei unseren Depotmodellen oder der Baufinanzierung."

Nachholbedarf hat sie aber weiterhin im Onlinegeschäft. Das will der 50 Jahre alte Manager im kommenden Jahr ändern. "Wir erneuern 2014 unseren Online-Auftritt und werden bis Ende des Jahres neben einer Filialbank alles bieten, was auch eine starke Direktbank hat."

Angst, damit der eigenen Tochter Comdirect das Wasser abzugraben, hat Zielke nicht. Diese richte sich an eine begrenzte Zielgruppe, die keine Filiale mehr brauche. Der Großteil der Bankkunden wolle aber beides. Für diese verbessere die Commerzbank das Zusammenspiel von Online-Banking und direkter Beratung. "Wir werden an unserer Zwei-Marken-Strategie festhalten. Damit halten wir Angebote für zwei unterschiedliche Kundengruppen bereit - und beide Marken wachsen."

Geldverdienen mit neuen Kunden

In den ersten zehn Monaten baute der von Zielke verantwortete Bereich die Zahl der Kunden um rund 200.000 aus, davon 140.000 in der Filialbank, der Rest bei Comdirect. In den ersten drei Quartalen hatte der Bereich operativ 165 Millionen Euro verdient. Ursprünglich hatte das Institut in der Sparte im Gesamtjahr nur ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

Die Commerzbank lockt - zum Ärger von Sparkassen und Genossenschaftsbanken - mit einem kostenlosen Girokonto. Das lohne sich, sagte Zielke. "Wir verdienen schon im ersten Jahr Geld mit unseren neuen Kunden mit viel Potenzial für weitere Geschäfte."

Die Commerzbank nimmt auch mit kleinen Unternehmen und Freiberuflern eine weitere Zielgruppe stärker ins Visier. "Der Anteil der Geschäftskunden, die eine Hausbankbeziehung mit uns haben, ist ausbaufähig", sagte Zielke. Derzeit nutzten gerade einmal acht Prozent der knapp 3,8 Millionen Geschäftskunden in Deutschland sein Haus als erste Anlaufstelle für Bankgeschäfte. Diesen Anteil will Zielke bis 2016 auf rund 15 Prozent ausbauen. Geschäftskunden sind bislang eine Domäne von Sparkassen und Volksbanken.

Beratung umgebaut

Zum Kundenwachstum trug auch die massive Werbekampagne bei. In dieser gibt sich die Commerzbank geläutert von den Verfehlungen der Branche aus der Zeit vor der Finanzkrise. "Wir kämpfen um das Vertrauen der Kunden", sagte Zielke. Dafür habe das Institut auch seine Beratung umgebaut.

Gelassen gibt sich Zielke angesichts der immer härter werdenden Konkurrenz von Banken aus dem Ausland. "Deutschland ist mit seiner Wirtschaftsstärke der attraktivste Markt für Banken in Europa", erklärte der Manager. "Es ist klar, dass viele ausländische Konkurrenten hier gern vertreten sein würden." Allerdings sei es auch ein sehr schwieriger Markt. "Wir sind die, die diesen Markt sehr gut kennen. Das ist eine glänzende Position für uns."

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Quelle: n-tv.de

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