Trotz unsicherer ZeitenCook macht auf Optimismus
Mit dem Reisekonzern Thomas Cook geht es laut Vorstandschef Fontenla-Novoa wieder aufwärts. Grund sei ein kräftiger Anstieg bei den Buchungen. Im ersten Quartal gibt es allerdings erst einmal einen operativen Verlust zur Kenntnis zu nehmen.
Europas zweitgrößter Reisekonzern Thomas Cook hat die Aschewolke bislang gut überstanden. Trotz höherer Verluste im ersten Halbjahr und den Flugverboten im April ist das britische Unternehmen zuversichtlich. Die Zeiten seien zwar noch unsicher, erklärte Konzernchef Manny Fontenla-Novoa: "Aber der Markt wird stärker und stärker. Im Moment verzeichnen wir mehr Buchungen als wir Kapazitäten haben."
In den vergangenen vier Wochen hat das Geschäft nach Angaben des Managers in Deutschland und Österreich um zehn Prozent, in Großbritannien um fünf Prozent zugelegt. 50 bis 55 Prozent der Urlauber, deren Reise wegen der Aschewolke gestrichen wurde, holten diese zu einem späteren Zeitpunkt nach.
Insgesamt rechnet Thomas Cook mit Belastungen von rund 80 Millionen Euro, in Folge der Aschwolke nach einem Vulkanausbruch in Island. Die Wolke hatte den größten Teil des europäischen Luftverkehrs in Europa im April für sechs Tage lahmgelegt. Millionen Reisende saßen fest. Allein 177.000 Thomas-Cook-Urlauber strandeten an ihren Ferienorten.
Öger will nicht
Ohne die Belastungen durch die Aschewolke sei Thomas Cook auf gutem Weg, die Erwartungen zu erfüllen, sagte Fontenla-Novoa. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von umgerechnet rund 815 Millionen Euro. Die Cook-Aktie legte in London mit 1,7 Prozent deutlich stärker als der Markt zu.
Im ersten Halbjahr (per Ende März) wies Thomas Cook bei einen Umsatz von knapp 3,9 Milliarden Euro einen auf rund 150 Millionen Euro ausgeweiteten operativen Verlust (Vorjahr: 130 Millionen Euro) aus. Bei dem Umsatzrückgang von fünf Prozent hätten sich die geplanten Reduzierungen der Kapazitäten bemerkbar gemacht, hieß es. Rote Zahlen im Winterhalbjahr sind bei Reiseunternehmen wie Thomas Cook oder Tui Travel aber nicht ungewöhnlich, da die Einnahmen meist nicht die Fixkosten decken. Das Hauptgeschäft machen sie im Sommer. Auch bei TUI zog das Tourismusgeschäft wieder an.
Bei den geplanten Zukäufen in Deutschland musste Thomas Cook jedoch einen Korb einstecken. Die erhoffte Übernahme des sechstgrößten deutschen Reiseveranstalters Öger Tours scheiterte zunächst. "Wir waren in Verhandlungen mit Öger Tours. Es waren gute Verhandlungen", sagte Fontenla-Novoa. Letztlich sei man mit dem Eigentümer Vural Öger aber nicht übereingekommen. Nun sehe sich Thomas Cook nach anderen Zukaufsmöglichkeiten in Deutschland um.