Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Aufarbeitung fauler Hypotheken-Deals: Credit Suisse droht Prozess in USA

Es ist vielleicht die letzte Chance, Banken wegen der Finanzkrise zur Rechenschaft zu ziehen, und die New Yorker Staatsanwaltschaft nutzt sie. Vier Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise verklagt sie die Credit Suisse wegen irreführender Angaben bei Hypotheken-Geschäften. Die Schweizer äußern sich nicht zu den Vorwürfen.

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Nach JP Morgan Chase soll nun auch der Credit Suisse wegen fragwürdiger Hypotheken-Geschäfte in den USA der Prozess gemacht werden. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman warf dem Schweizer Institut vor, beim Verkauf von sogenannten Residential Mortgage Backed Securities (RMBS) in den Jahren 2006 und 2007 irreführende Angaben gemacht zu haben. Die Investoren derartiger Wertpapiere hätten in der anschließenden Finanzkrise Verluste von rund 11,2 Mrd. US-Dollar (8,7 Mrd. Euro) erlitten. Credit Suisse äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

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Schneidermann reichte am Vortag Klage ein. Anfang Oktober hatte er in einem ähnlichen Fall bereits beim größten US-Institut JP Morgan Chase verklagt. Hier sprach er von aufgelaufenen Verlusten von 22,5 Mrd. US-Dollar. Konkret richten sich die Vorwürfe gegen die Investmentbank Bear Stearns, die von JP Morgan während der Krise im März 2008 auf Geheiß der Regierung hastig übernommen wurde. Schneidermans Vorstoß ist Ergebnis einer von Präsident Barack Obama ins Leben gerufenen Kommission, die die Finanzkrise aufarbeiten soll. Experten sehen in dieser Arbeit die letzte Chance, Banken wegen der Finanzkrise zur Rechenschaft zu ziehen.

Ein Schritt nach dem anderen

"Die Klage gegen Credit Suisse ist ein weiterer wichtiger Schritt in unseren Bemühungen, die Finanzfirmen für ihre Verfehlungen zur Verantwortung zu ziehen, die zur schlimmsten Finanzkrise seit fast einem Jahrhundert führten", erklärte Schneiderman.

Die Börsenaufsicht SEC hatte die beiden Banken erst in der vergangenen Woche mit 417 Mio. US-Dollar für Hypotheken-Deals zur Kasse gebeten: Banken hatten zu Zeiten des Immobilienbooms in den USA massenhaft Eigenheimkredite zu Paketen gebündelt und an Investoren weiterverkauft. Als die US-Immobilienblase ab 2007 platzte, konnten viele Hauskäufer ihre Raten aber nicht mehr zahlen - und wegen der Ausfälle verloren auch die damit unterlegten Hypothekenpapiere drastisch an Wert. Das war der Ausgangspunkt der Finanzkrise.

Quelle: n-tv.de

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