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Konfrontative Linie macht skeptisch: DGB attackiert Lokführer

Die Ablehnung einer angeblich unterschriftsreifen Vereinbarung mit der Bahn sorgt für scharfe Kritik an der Lokführer-Gewerkschaft. Deren Chef Weselsky spricht von einer Hetzkampagne - und hält den Streikbeginn weiter offen. Bahn-Chef Grube mahnt zur Besonnenheit.

Im Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der Lokführer-Gewerkschaft GDL mahnt Konzernchef Rüdiger Grube zur Besonnenheit. "Unsere gewachsene Sozialpartnerschaft ist ein hohes Gut", sagte er beim Arbeitgebertag in Berlin. "Damit muss auch weiterhin sehr verantwortungsvoll umgegangen werden." Zuvor hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) das Verhalten GDL und ihres Chefs Claus Weselsky scharf kritisiert. "Wir setzen uns dafür ein, gemeinsam im Rahmen einer Tarifgemeinschaft zu vernünftigen Lösungen zu kommen", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann im "Morgenmagazin". "Das hat Herr Weselsky leider zu meinem Entsetzen abgelehnt". Die konfrontative Linie der GDL sehe er "sehr skeptisch".

Nach Darstellung der Bahn war am Wochenende eine Einigung im Tarifstreit in greifbare Nähe gerückt. Die GDL habe die Gespräche dann aber doch platzen lassen. Die Lokführergewerkschaft teilte hingegen mit, die Bahn habe versucht, der Gewerkschaft "die Nichtzuständigkeit für einen Teil ihrer Mitglieder" und einen Verzicht auf das Streikrecht zu diktieren. Über die eigentlichen Tarifforderungen - fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit - sei bislang nicht mit der Bahn verhandelt worden, hatte Weselsky am Abend im ZDF gesagt.

GDL: Werden in die Nähe von Terroristen gerückt

Die GDL drohte wegen des ungelösten Konflikts mit neuen Streiks. Wann diese stattfinden sollen, ließ die Gewerkschaft bislang offen. Bislang werden die Zugbegleiter von der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Diese ist Mitglied im DGB und bekam von Hoffmann im "Morgenmagazin" Unterstützung signalisiert.

Derweil lässt die GDL den konkreten Streikbeginn weiter offen. "Sie wissen, dass wir die Streikplanung rechtzeitig bekanntgeben, anhand der Länge und auch des Beginns unserer Streikmaßnahme", sagte Weselsky in einem am Dienstagmorgen gesendeten Deutschlandfunk-Interview. Zugleich sprach er von einer Hetzkampagne, die gegen die Gewerkschaft und ihn stattfinde. "Das, was hier als Medienkampagne gemacht worden ist, ist schlimm genug, weil wir mit unseren rechtmäßigen Streikmaßnahmen in die Nähe von Terroristen gestellt worden sind. Und das haben weder Lokführer noch Zugbegleiter verdient", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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