Wirtschaft
Die vom DIHK befragten Unternehmen aus dem Mittelstand bewerteten ihre Geschäftslage so gut wie noch nie.
Die vom DIHK befragten Unternehmen aus dem Mittelstand bewerteten ihre Geschäftslage so gut wie noch nie.(Foto: picture alliance / dpa)

BIP soll um 1,3 Prozent wachsen: DIHK: Börsenabsturz trifft Konjunktur nicht

Den weltweiten Börsenkursen nach zu urteilen, scheint sich eine globale Wirtschaftskrise zusammenzubrauen. Deutsche Unternehmen hingegen zucken nur mit den Schultern: Ihrer Geschäftslage sei so gut wie nie. Doch es gibt auch Sorgen.

Trotz gegenwärtiger Befürchtungen um die Weltkonjuntur angesichts abstürzender Börsen - die deutsche Wirtschaft erwartet in diesem Jahr ein solides Wachstum von 1,3 Prozent. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bestätigte seine Prognose vom Herbst. "Der niedrige Ölpreis, der schwache Euro und die günstige Finanzierungssituation bieten den Unternehmen ungewöhnlich gute konjunkturelle Rahmenbedingungen", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

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Es gebe derzeit keinen Grund dafür, vom Börsenabsturz auf einen drohenden Konjunktureinbruch zu schließen, sagte Wansleben. Die rund 27.000 vom DIHK befragten Unternehmen aus dem Mittelstand bewerteten ihre Geschäftslage so gut wie noch nie. Jedoch blicken nicht alle Firmen optimistisch in die Zukunft. "Wir haben eine super Lage, aber verhaltene Erwartungen", sagte Wansleben.

Als größtes Risiko wird die Wirtschaftspolitik der schwarz-roten Bundesregierung angesehen. Zudem warnte Wansleben vor der Schließung von Grenzen in Europa. "Als Deutschland leben wir von offenen Grenzen", sagte er. Wenn die Entwicklung in eine andere Richtung ginge, würde das in Deutschland "viel Geld, viele Arbeitsplätze" kosten.

Sorgen machen den Unternehmen auch die Schwäche etlicher Finanzinstitute wie etwa der Deutschen Bank. Wansleben sprach von "unterschiedlichen Instabilitäten" in der Finanzbranche, die weit über Einzelfälle hinausgingen, sondern die ein "flächendeckendes Phänomen" seien.

Regierung rechnet mit 1,7 Prozent

Die Bundesregierung hat erst Ende Januar ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr anders als der DIHK leicht gesenkt. Sie rechnet aber nun immer noch mit einem deutlich höheren Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent und befindet sich damit auf einem Niveau mit den jüngsten Vorhersagen vieler Ökonomen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat 1,7 Prozent prognostiziert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie erwartet mit 1,9 Prozent sogar noch mehr Wachstum. Es gibt allerdings auch andere, klar pessimistischere Prognosen. So erwartet die Commerzbank nur 1,3 Prozent Wachstum in diesem Jahr - ebenso wie der DIHK.

Quelle: n-tv.de

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