Wirtschaft
Ohne Strahlenmüll: Im südbrandenburgischen Jänschwalde gewinnt der Energiekonzern Vattenfall Strom aus der Verbrennung von Braunkohle.
Ohne Strahlenmüll: Im südbrandenburgischen Jänschwalde gewinnt der Energiekonzern Vattenfall Strom aus der Verbrennung von Braunkohle.(Foto: picture alliance / dpa)

Anstieg der Strompreise: DIW fordert mehr Wettbewerb

Die Energiewende zwingt Deutschland zum Nachdenken: Sind die Zeiten billigen Stroms mit dem Ausstieg aus der Kernenergie für immer vorbei? DIW-Energieexpertin Kemfert glaubt nicht an eine Explosion der Strompreise - wenn jetzt die richtigen Weichen gestellt werden.

Beim DIW zuständig für Energie, Verkehr und Umwelt: Claudia Kemfert.
Beim DIW zuständig für Energie, Verkehr und Umwelt: Claudia Kemfert.(Foto: picture alliance / dpa)

Beim Strom dürfte es Anfang 2013 leichte Preissteigerungen geben. Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, rechnet allerdings nicht mit der von manchen Beobachtern befürchteten "Explosion muss nicht sein ".

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Die Entwicklung der Preise hänge von vielen Faktoren ab, erklärte Kemfert der "Südwest Presse". Einige davon seien unsicher, insbesondere bei der Berechnung der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien. Insgesamt sorge allerdings die nach Kemferts Einschätzung nicht nur für Preissteigerungen. Eine Entlastung bringe der Handel an der Stromhändler gefährden Netz . Allerdings gebe es weiterhin auch dort noch nicht genug Wettbewerb.

Kemfert setzt auf kleinere Anbieter wie Stadtwerke, ausländische Unternehmen, Mittelständler oder auch Energiegenossenschaften. "Aber da haben wir noch einen weiten Weg vor uns", betonte die Expertin.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Toptarif ist der Preis für die Kilowattstunde Strom im gesetzlichen Grundversorgungstarif seit Anfang 2009 um 13,5 Prozent gestiegen. Hauptgrund seien vor allem höhere Abgaben im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), sagte ein Toptarif-Sprecherin der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag".

Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Strombedarf von 4000 Kilowattstunden pro Jahr zahle derzeit im bundesweiten Schnitt 1049,80 Euro und damit rund 125 Euro mehr als noch 2009. Im Gegensatz zu DIW-Expertin Kemfert rechnet Toptarif damit, dass sich der starke Anstieg weiter fortsetzt oder sogar noch beschleunigt.

Quelle: n-tv.de

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