Wirtschaft
Viele Offene Immobilienfonds sind in Liquiditätsnöte geraten.
Viele Offene Immobilienfonds sind in Liquiditätsnöte geraten.(Foto: Pixelio/Rainer Sturm)

Alarmierendes Signal: DWS friert weiteren Fonds ein

Die Lage der Immobilienfonds bleibt auch dreieinhalb Jahre nach der Lehman-Pleite kritisch. Nun zieht die Deutsche-Bank-Tochter DWS erneut die Reißleine und legt den DWS ImmoFlex Vermögensmandat still. Ab Montag gibt Fonds keine neuen Anteile mehr aus.

Die Krise der Immobilienfonds zieht immer weitere Kreise. Die Fondsgesellschaft DWS friert abermals einen Dachfonds ein - den DWS ImmoFlex Vermögensmandat, der mindestens die Hälfte des Fondsvermögens in Offene Immobilienfonds investiert.

Er ist mit einem Volumen von etwa 100 Millionen Euro zwar ein vergleichsweise kleiner Fonds. Das Signal ist allerdings alarmierend: Über 40 Prozent des Fondsvermögens stecken in den beiden Krisenfonds SEB ImmoInvest und CS Euroreal. Diese Flaggschiffe, jeweils sechs Milliarden Euro schwer, kämpfen ihrerseits mit Liquiditätsnöten und ums Überleben. Sie müssen bis Mai wieder öffnen oder werden abgewickelt.   

Ab Montag gibt der DWS ImmoFlex Vermögensmandat nun keine neuen Anteile mehr aus, wie die Deutsche-Bank-Tochter mitteilte. Sie will vor allem Anleger mit festen Ansparplänen schützen. Die Begründung: Weil derzeit sehr viele Anleger ihre Fondsanteile zurückgäben, sei die Liquidität im Fonds knapp. Es solle verhindert werden, dass das frische Geld, das durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine hereinkomme, vor allem für die Bedienung dieser Rückgabewünsche herhalten müsse. "Aus diesem Grund erscheint es nicht geboten, weitere Anlagen in dem DWS ImmoFlex Vermögensmandat zuzulassen."       

Die Anteilsschein-Rückgabe ist vorerst nicht ausgesetzt - ein Zeichen dafür, dass noch nicht alle liquiden Mittel aufgebraucht sind. Anders war das im vergangenen Jahr mit dem Immobilien-Dachfonds db ImmoFlex. Hier setzte die DWS zuerst die Anteilsschein-Rückgabe aus - und kündigte vor Weihnachten die Liquidierung an.

Keine Besserung nach Lehman-Pleite

Die beiden Offenen Immobilienfonds SEB ImmoInvest und CS Euroreal hatten zuletzt betont, auf jeden Fall wieder öffnen zu wollen. In der Branche gibt es allerdings Zweifel - spätestens seit Ende Februar. Damals wurde bekannt, dass der knapp vier Milliarden Euro schwere Fonds KanAm Grundinvest aufgelöst werden muss. Er ist das bislang größte Opfer der Krise.

Die Rahmenbedingungen für die Branche haben sich seit der Pleite der US-Investmentbank Lehmann Brothers im Herbst 2008 nicht wirklich gebessert. Damals waren viele Offene Immobilienfonds wegen massiver Rückgabewünsche von Anlegern in Liquiditätsnöte geraten und sahen sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Sie setzten die Rücknahme von Anteilsscheinen aus. Manche Fonds öffneten wieder, hielten das aber nur vorübergehend durch. Derzeit sind in Deutschland dem Fondsverband BVI zufolge mehr als 17 Milliarden Euro in eingefrorenen Offenen Fonds dem Zugriff der Anleger entzogen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen