Wirtschaft
China ist der größte Einzelmarkt von Daimler.
China ist der größte Einzelmarkt von Daimler.(Foto: dpa)

Weiterhin stark in China: Daimler bleibt BMW im Nacken

Daimler will bis 2020 BMW als weltweit größten Premiumhersteller ablösen. Die Wachstumskurve beim Absatz in China flacht sich zwar leicht ab, dennoch sind die Stuttgarter hinsichtlich der Marktentwicklung im Reich der Mitte optimistisch.

Daimlers immenses Absatzwachstum in China schwächt sich langsam ab. Im November verkaufte der Konzern dort 36.313 Autos der Marke Mercedes-Benz und damit 38,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern mitteilte. Das liegt zwar noch immer deutlich über dem Wachstum des Gesamtmarktes, in den Monaten zuvor hatte der Wert bei Mercedes allerdings noch höher gelegen.

Daimler profitiert in China von einer Art Nachholeffekt: Der Hersteller war später als seine Konkurrenten in das Land gekommen und investierte zuletzt auch stärker in sein Händlernetz.

Weltweit kletterte der Konzernabsatz inklusive der Marke Smart um 9,2 Prozent auf 172.793 Autos. Mercedes-Benz allein verkaufte 161.953 Autos und damit 7,4 Prozent mehr. Neben China zogen die Verkäufe vor allem in Europa an.

Chinas Automarkt wächst wieder

Die Flaute auf dem chinesischen Automarkt im Sommer war nach Einschätzung von Daimler-Manager Hubertus Troska nur eine kurze Schwächephase. "Seit Oktober hat sich der Trend wieder gewendet", sagte der China-Vorstand in Stuttgart. Die Nervosität der Verbraucher durch den Börsencrash in Shanghai habe sich gelegt. Zudem habe die Regierung in Peking mit Steuernachlässen für Autos mit kleineren Motoren den Markt gestützt.

Der Pkw-Markt insgesamt werde in diesem Jahr um sechs Prozent zulegen, sagte Troska weiter. Mercedes-Benz wächst dank neuer Modelle deutlich stärker und steigerte die Verkäufe bis November um ein Drittel auf fast 336.000 Fahrzeuge.

Chinas Automarkt, der auch für den Erfolg der deutschen Hersteller entscheidend ist, war nach jahrelangem stürmischem Wachstum in diesem Jahr monatelang auf Schrumpfkurs. Dazu trugen die schwächere Konjunktur, der Börsencrash und das konsequente Vorgehen der Regierung gegen Bestechung bei.

"Wir müssen nicht die Stärksten in China sein"

Daimler konnte sich anders als die Konkurrenten Audi und BMW diesem Trend entziehen und fuhr Monat für Monat zweistellige Zuwächse ein. Ab September wuchs der Gesamtmarkt wieder. Durch Fehler im Vertrieb und der Modellpolitik war Mercedes in China hinter BMW zurückgefallen. Dank der 2013 gestarteten Aufholjagd ist das Reich der Mitte inzwischen der größte Einzelmarkt der Schwaben vor den USA.

China werde einen großen Beitrag zum Konzernziel leisten, bis 2020 den Rivalen BMW vom Thron als weltweit größten Premiumhersteller zu stürzen. "Aber wir müssen nicht die Stärksten in China sein", sagte Troska. Dass die Marke mit dem Stern inzwischen den Geschmack der Kunden besser trifft, liegt Troska zufolge an der wachsenden Produktion vor Ort. Von derzeit 60 Prozent soll der Anteil der in China gefertigten Autos auf zwei Drittel steigen. Mit der Produktion vor Ort werde die Ausstattung der Modelle stärker an die Kundenwünsche angepasst. So gibt es den verkaufsstärksten Mercedes, die C-Klasse, und die Luxuslimousine S-Klasse als Maybach mit langem Radstand.

Quelle: n-tv.de

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