Wirtschaft

Korruptionsvorwürfe aus Athen: Daimler droht neuer Schmiergeldskandal

Schon einmal kaufte sich Daimler mit 185 Millionen Dollar wegen Korruption frei. Nun droht dem Autobauer neues Ungemach: Daimler-Manager sollen griechische Firmen bestochen haben.

Sollte der Vorwurf stimmen, öffnet sich für Daimler ein schmutziges Kapital: Die griechischen Behörden klagen Insidern zufolge Manager von Daimler wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen bei Rüstungsaufträgen an. Dabei gehe es um Gegenleistungen im Volumen von mindestens zwei Millionen Euro, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus griechischen Justiz-Kreisen.

Hat Daimler bei griechischen Rüstungsaufträgen nachgeholfen?
Hat Daimler bei griechischen Rüstungsaufträgen nachgeholfen?(Foto: imago/McPHOTO)

Die Summe solle dafür gewährt worden sein, dass zwischen 1997 und 2000 Unterschriften unter Verträge zum Kauf von Militärfahrzeugen durch die griechische Regierung gesetzt worden seien. Angeklagt seien Daimler-Manager, griechische Beamte und ein Autohändler. Insgesamt gehe es um sieben Personen. Die damals unterzeichneten Verträge hätten ein Volumen von mehr als 100 Millionen Euro gehabt.

Daimler gibt sich ahnungslos

Eine Daimler-Sprecherin sagte auf Anfrage, ihr Unternehmen habe keine formelle Kenntnis von den Vorwürfen. Im Falle einer Anfrage werde der Konzern die Behörden aber unterstützen. Es war zunächst nicht klar, ob die Verdächtigen noch für Daimler beziehungsweise die griechische Regierung arbeiten.

Den Justizkreisen zufolge soll Daimler dritte Parteien und Bankkonten im Ausland bei den Schmiergeld-Zahlungen genutzt haben. Die US-Behörden hätten Griechenland geholfen, den illegalen Zahlungen auf die Spur zu kommen.

Vor einigen Jahren kämpfte der Autobauer schon einmal mit Korruptionsvorwürfen. Erst 185 Millionen Dollar und ein Schuldeingeständnis besänftigten die US-Justiz. US-Behörden hatten Daimler vorgeworfen, in den Jahren 1998 bis 2008 Regierungsbeamte in mindestens 22 Ländern bestochen zu haben, um an lukrative Aufträge für Lastwagen, Kleintransporter, Busse und Pkw heranzukommen.

Quelle: n-tv.de

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