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Nach Rekordjahr 2015: Daimler gibt vorsichtigen Ausblick

Auch 2016 werde ein gutes Jahr, sagt Daimler-Chef Zetsche. Dennoch äußern sich die Schwaben hinsichtlich des laufenden Geschäftsjahres vorsichtig. Freuen können sich die Aktionäre: Ihre Dividende steigt kräftig.

Der Autokonzern Daimler hat das Jahr 2015 trotz des Dieselskandals bei Volkswagen und der Schwäche des chinesischen Marktes mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Rekordabsatz von knapp zwei Millionen verkauften Autos und ein leichtes Plus im Lkw-Geschäft verhalfen zu einem Umsatzplus von 15 Prozent auf 149,5 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente der Autokonzern 8,6 Milliarden Euro - fast ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Daimler erhöht wegen des sehr guten Ergebnisses die Dividende deutlich auf 3,25 Euro nach 2,45 Euro pro Aktie im Vorjahr. Für das aktuelle Jahr bleibt der Dax-Konzern mit Blick auf volatile Märkte jedoch etwas vorsichtiger. Auch die Daimler-Mitarbeiter können sich auf mehr Geld freuen: Die Ergebnisbeteiligung fällt mit 5650 Euro deutlich höher aus als im vergangenen Jahr. 2015 hatten die Mitarbeiter 4350 Euro bekommen. Ausgezahlt wird der Betrag im April. Allerdings erhalten die Ergebnisbeteiligung nur gut 125.000 nach Tarifvertrag Beschäftigte in Deutschland. Weltweit arbeiten für den Autobauer 284.000 Menschen - etwa 170.000 in Deutschland.

"Weiteres gutes Jahr" erwartet

So soll der Konzernabsatz insgesamt erneut deutlich zulegen, das Wachstumstempo wird jedoch voraussichtlich etwas niedriger ausfallen als im Vorjahr, hieß es in der Mitteilung. Der Konzernumsatz soll dabei leicht zunehmen. Der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft (Ebit) soll auf Konzernebene leicht steigen.
"Alles deutet darauf hin, dass 2016 ein weiteres gutes Jahr für Daimler wird", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Aber Erfolge müsse man sich auch erarbeiten.

Neue Rekorde für das vergangene Jahr hatten Branchenbeobachter im Vorfeld der Jahrespressekonferenz bereits vorhergesagt. Konzernweit stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 149,467 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben davon 13,506 Milliarden nach 10,752 Milliarden im Vorjahr übrig. Bereinigt um diverse Sondereffekte waren es 13,809 Milliarden, ein Plus von 36 Prozent.

So hatte der Konzern beispielsweise im Jahr 2014 die Anteile am Motorenbauer Rolls Royce Power Systems verkauft. Im vergangenen Jahr übernahm Daimler im Konsortium mit Audi und BMW den Kartendienst Here von Nokia. Nach Steuern und Dritten verblieben 8,649 Milliarden nach 6,962 Milliarden Euro im Vorjahr.

Pkw-Sparte treibt Gewinn an

Im vergangenen Jahr war einmal mehr die Pkw-Sparte Treiber der guten Ergebnisse. Mit insgesamt rund 2 Millionen verkauften Fahrzeugen setzte die Sparte 83,8 Milliarden Euro um, ein Plus von 14 Prozent. Vor Zinsen und Steuern blieben davon 8,226 Milliarden übrig, was ein Plus von 41 Prozent war. Die viel beachtete Marge in der Sparte erreichte aus dem laufenden Geschäft damit einen Wert von 10 Prozent nach 8,1 Prozent im Vorjahr. Die Konkurrenten Audi und BMW legen ihre Zahlen erst noch vor, hatten jedoch im vergangenen Jahr deutlicher als Mercedes-Benz unter der Absatzschwäche auf dem chinesischen Markt zu kämpfen.

Auch in der Lkw-Sparte lief es im vergangenen Jahr sehr gut. Insbesondere die Verkäufe schwerer Lastwagen auf dem US-Markt stützten das Geschäft. Mit insgesamt mehr als 500.000 verkauften Lastwagen legte der Umsatz um 16 Prozent auf 37,6 Milliarden Euro zu, der operative Gewinn (Ebit) der Sparte stieg um 37 Prozent auf 2,576 Milliarden Euro. Die operative Marge aus dem laufenden Geschäft stieg auf 7,3 Prozent, nach 6,4 Prozent im Vorjahr.

Ordentliches Schlussquartal

Getragen wurde das insgesamt gute Geschäft im vergangenen Jahr auch von Zuwächsen im vierten Quartal. Der Umsatz erhöhte sich um 13 Prozent auf 40,43 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft stieg um über ein Fünftel auf 3,46 Milliarden Euro. Besonders kräftig ging es umsatzseitig in den drei Monaten bei Mercedes Benz Vans mit einem Zuwachs von 27 Prozent nach oben. Im Autogeschäft kletterten die Erlöse um 12 Prozent und im Lkw-Geschäft um 14 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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